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Kurzsichtig durch Smartphone

19.01.2016

Kurzsichtigkeit nimmt durch Smartphone-Nutzung in Deutschland zu

Smartphones sollen für eine Zunahme der Kurzsichtigkeit verantwortlich sein.
Bild: Ole Spata (dpa)

Die Smartphone-Nutzung führt zu mehr Kurzsichtigkeit in Deutschland. Experten warnen - und verweisen auf die Entwicklung in Asien.

Das Smartphone führt zu Kurzsichtigkeit. Das ist vor allem bedenklich, weil es ein ständiger Begleiter ist: Egal ob im Büro, im Zug, im Bus oder zuhause auf dem Sofa, wir haben es immer griffbereit, um irgendetwas nachzuschauen, Nachrichten zu schreiben oder zu spielen. Und das hat Konsequenzen. Denn die intensive Nutzung von Smartphones macht offenbar kurzsichtig.

Nach Einschätzung von Experten wird in absehbarer Zeit die Zahl der kurzsichtigen Menschen in  Deutschland zunehmen. Derzeit seien in Deutschland rund 40 Prozent der Menschen kurzsichtig, sagte der langjährige Leiter der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln, Wolfgang Wesemann. "Aber das geht auf jeden Fall weiter", betonte er.

Smartphone: Kurzsichtigkeit könnte wie in Asien steigen

In Asien habe sich der Anteil der Kurzsichtigen in den großen Metropolen innerhalb weniger Jahre von 20 auf 80 Prozent erhöht. Diese rasante Entwicklung könne nur mit gesellschaftlichen Veränderungen zusammenhängen. "Das kann auf keinen Fall eine genetische Entwicklung sein, sondern eine Veränderung der Lebensumstände." Eine wichtige Rolle spiele dabei auch der Mangel an Tageslicht, der mit dem Lebensstil in den asiatischen Metropolen verbunden sei. In China würden deshalb in Schulen schon Glasdächer gebaut, um mehr Licht in die Räume fallen zu lassen. 

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Auch in Deutschland nehme der Anteil der Kurzsichtigen in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen zu. "Früher wurde man in der Schulzeit kurzsichtig und danach hat sich nichts mehr getan." Das habe sich inzwischen geändert. Angesichts dieser Entwicklung sollten aus seiner Sicht Sehtests für Autofahrer nicht nur für die Führerscheinprüfung Pflicht sein. "Ein Wiederholungstest wäre durchaus sinnvoll."

Anlässlich eines Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft im vergangenen Oktober in Berlin hatten Experten ebenfalls vor einer Zunahme der Kurzsichtigkeit gewarnt.

Kurzsichtigkeit (Myopie), bei der entfernte Objekte unscharf wahrgenommen werden, ist Folge eines zu starken Längenwachstums des Augapfels vor allem zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr - in dem Alter, in dem viele Heranwachsende kaum vom Handy oder Computer wegzubekommen sind. Starke Kurzsichtigkeit gilt auch als Risikofaktor für andere Augenleiden wie Grünen Star oder Netzhautablösungen. AZ/dpa

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