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Tiersterben in Kasachstan

27.05.2015

Mehr als 120.000 seltene Antilopen auf einmal gestorben

Dieses Bild zeigt Antilopen in Namibia. Ihre Artgenossen, die Saiga-Antilopen in der kasachischen Steppe, sterben in diesen Tagen in Massen.
Bild: Christian Selz, dpa

Binnen weniger Tage sind Zehntausende vom Aussterben bedrohte Saiga-Antilopen in Kasachstan verendet. Es gibt eine Vermutung, was der Auslöser war.

Binnen weniger Tage sind Zehntausende vom Aussterben bedrohte Saiga-Antilopen in Kasachstan verendet. Seit Mitte Mai starben mehr als 120.000 Antilopen der gefährdeten Saiga-Art in der Steppe, wie das Landwirtschaftsministerium in Astana mitteilte. Die kasachischen Behörden gehen von einem Befall mit dem Erreger Pasteurella aus. 

Vergangene Woche war noch von rund 20.000 toten Antilopen die Rede. 90 Prozent der verendeten Tiere seien Antilopenkühe. Nun soll nach Angaben des Ministeriums die Weltorganisation für Tiergesundheit mit einem Spezialistenteam helfen, die genauen Ursachen für das rasante Saiga-Sterben zu ermitteln. Der Nabu-Experte Til Dieterich vermutet Umweltfaktoren als Auslöser: "Die Steppe ist im Wandel, da viele Äcker brach liegen und dadurch bestimmte Frühjahrsblüher stellenweise massenhaft auftreten. In Kombination mit starken Regenfällen kann es dann unter anderem zu Vergiftungen kommen."

Viele männliche Antilopen von Wilderern getötet

Anfang der 1990er Jahre lebten in der kasachischen Steppe noch rund eine Million Saiga-Antilopen. Zwischenzeitlich sank die Population wegen Wilderei Berichten zufolge auf einige Zehntausend. Vor allem auf die Hörner der männlichen Tiere, die in der asiatischen Medizin zu Arznei verarbeitet werden, haben es Jäger abgesehen. Die Regierung hat die Saiga-Jagd vorerst verboten. Bis 2014 stieg die Zahl der Antilopen in Kasachstan nach Behördenangaben auf rund 300.000. dpa

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