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05.06.2009

Menschliche Spenderorgane noch ohne Alternative

Menschliche Spenderorgane noch ohne Alternative
Bild: DPA

Berlin (dpa) - Organspenden für kranke Menschen bleiben in den kommenden Jahren ohne Alternative. Eine Verpflanzung von Schweineherzen oder Schweinenieren werde in naher Zukunft nicht möglich sein, hieß es am Donnerstag auf einer Tagung des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI).

Auch das Einpflanzen von insulinproduzierenden Schweinezellen bei Diabetikern ist noch nicht aus der Experimentierphase heraus. Es sei noch viel mehr Forschung nötig, bevor die Transplantation von Tierorganen, Tierzellen oder Tiergewebe beim Menschen eine sichere und dauerhafte Alternative sei, sagte der Forscher Bruno Reichart von der Münchner Universitätsklinik am Donnerstag.

In der Fachsprache heißt die Verpflanzung von Tierorganen in Menschen Xenotransplantation. Forscher experimentieren auf diesem Gebiet, weil die Wartezeiten auf menschliche Spenderorgane so lang sind. In Deutschland müssen Schwerkranke zurzeit fünf bis sechs Jahre auf eine menschliche Niere warten. Doch schon nach zwei Jahren ohne Spenderorgan sinkt ihre Lebenserwartung rapide. Auf Herz, Lunge, Leber und Bauchspeicheldrüse warten Patienten heute ein bis zwei Jahre. 16 Prozent der Herzkranken sterben jedoch, bevor ein passendes Spenderorgan zur Verfügung steht, berichtete Reichart auf der RKI-Tagung.

Bei Transplantationen von Tier zu Tier verzeichnen die Forscher dafür erste Erfolge. So erfüllten Insulinzellen vom Schwein, die Primaten eingepflanzt wurden, zumindest sechs Monate lang ihren Dienst. Bis klinische Versuche in größerem Stil am Menschen gewagt würden, müssten aber erst viel mehr Daten vorliegen, hieß es auf der Tagung. Eine Gefahr bei der Xenotransplantation ist unter anderem die Übertragung von Krankheitserregern von Tieren auf Menschen.

In Deutschland ist die Bereitschaft zur Organspende nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums leicht gewachsen. 17 Prozent der Bundesbürger haben mittlerweile einen Organspenderausweis, 2001 waren es nur 12 Prozent. An diesem Samstag ist Tag der Organspende.

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