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Depressionen-Behandlung

12.07.2013

Nebenwirkung von Antidepressiva könnte Hauptwirkung sein

Forscher haben eine interessante Entdeckung bei Antidepressiva gemacht: Das Verringern von Ceramid, bisher als Begleitwirkung bekannt, könnte eine Hauptwirkung sein.

Wenn ihre an Mäusen herausgefundene Entdeckung zuträfe, könnten die deutschen Forscher der Universitäten Duisburg-Essen und Erlangen-Nürnberg eine kleine Revolution in der Behandlung von Depressionen ausgelöst haben.

Antidepressiva mindern Ceramid - und damit Depressionen

Dass viele Antidepressiva den Stoff Ceramid in Nervenzellen verringern, soll laut Johannes Kornhuber, Leiter der Psychiatrie am Universitätsklinikum Erlangen, eine  "zentrale Rolle spielen, um wieder in eine positive Stimmung zu kommen". Bisher gingen die Mediziner davon aus, dass dieser Effekt lediglich eine Begleitwirkung der Antidepressiva darstellt. Diese Sichtweise hat sich nun schlagartig geändert.

Die Bildung neuer Nervenzellen wird durch Ceramid im Hippocampus, einem bestimmten Bericht des Gehirns, suppressiv beeinflusst, also teilweise unterdrückt. Das führt den Foschungsergebnissen zufolge zu schlechter Stimmung: "Unsere Annahme ist, dass es bei Depressionen zu viel Ceramid gibt", erklären die Forscher. Durch die "Neben-Hauptwirkung" der Antidepressiva können sich diese Nervenzellen wieder bilden, die Gemütsverfassung verbessert sich.

Behandlung von Depressionen: Unerwartete Wirkung von Antidepressiva entdeckt

Falls die Entdeckungen bestätigt werden, hätten die Forscher der Universitäten Duisburg-Essen und Erlangen-Nürnberg gleichzeitig einen Auslöser für die Depressionen entdeckt. Bis das Forschungsergebnis für Menschen mit Depressionen zur Linderung oder Heilung ihrer Krankheit führen kann, wird es aber wohl noch einige Jahre Forschung brauchen.

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