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Niedersachsen
16.09.2016

Notarzt gerufen: Schüler leiden unter Schulsport bei Hitze

Schulsport bei Hitze endete an einer Schule in Niedersachsen mit einem Rettungseinsatz. (Symbolfoto)
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Schulsport bei Hitze endete an einer Schule in Niedersachsen mit einem Rettungseinsatz. (Symbolfoto)
Foto: Silvio Wyszengrad

In Niedersachsen hat ein Sportlehrer seine Schüler der sechsten Klasse bei Hitze zum Lauftraining geschickt. Mehrere Kinder mussten danach behandelt werden.

Es ist Mitte September, doch die Hitze lässt noch nicht nach. Das haben nun auch Schüler einer sechsten Klasse in Niedersachsen schmerzlich erfahren müssen, wie die Polizei berichtet. Ihr Lehrer schickte sie - trotz sehr warmer Temperaturen - zum Lauftraining ins Stadion. Die Schulsport-Einheit endete nicht gut: Zwar gingen die Schüler bereits am Morgen auf die Strecke, doch auch war es bereit so heiß, dass am Ende der Rettungswagen kommen musste.

Schulsport bei Hitze: Schwindel und Unwohlsein

Was noch zur Hitze dazu kam: Mehrere Schüler sollen nicht genug getrunken und manche nichts zum Frühstück gegessen haben.

Das Lauftraining nahm ein jähes Ende, als mehrere Schüler über Unwohlsein und Schwindelanfälle klagten. Daraufhin brach der Lehrer den Schulsport ab, kehrte mit der Klasse zum Gymnasium zurück - und wartete auf den alarmierten Rettungsdienst.

Der rückte mit fünf Krankenwagen und zwei Notärzten an, um die Schüler nach dem Schulsport zu behandeln. Die Diagnose der Sanitäter: eine beginnende Dehydrierung bei manchen Schülern.

Ausschlaggebend war wohl die Kombination aus Hitze, Sport - und zu wenig Flüssigkeit beziehungsweise ein fehlendes Frühstück. Für die Körper der Teenager war das am Morgen zu anstrengend.

Nach Schulsport in Hitze: Elfjährige kommt in Klinik

Nachdem Sanitäter die Schüler versorgt hatten, holten die Eltern ihre Sprösslinge ab. Für eine elfjährige Schülerin ging es vorsorglich in eine Klinik - sie fühlte sich nach dem folgenreichen Lauftrainings besonders schlecht.

Mehr zum Thema Hitze

Der Fall in Niedersachsen zeigt, wie gefährlich Sport bei Hitze sein kann - und, dass es auch im September noch warm werden kann. Wir beantworten deswegen die wichtigsten Fragen zum Thema "Hitzefrei in Schulen".

Hitzefrei in Schulen im September - gab es das schon mal?

Ja, zum Beispiel vor fast 30 Jahren in Baden-Württemberg. Dort hatten Tausende Schüler bei Temperaturen um die 30 Grad sogar noch später im Jahr Hitzefrei, nämlich am 18. September 1987. Dagegen sagt Swantje Klapper, Direktorin des Gymnasiums in der Wedemark bei Hannover: "Das ist erstmalig, dass wir im Herbst Hitzefrei geben."

Das Thermometer zeigt 32 Grad im Schatten, muss es jetzt für Schüler hitzefrei geben?

Nein, einen Anspruch darauf hat kein Kind. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, die Schulleitungen haben großen Spielraum. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise heißt es im Gesetz: "Anhaltspunkt ist eine Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius, bei weniger als 25 Grad ist Hitzefrei nicht zulässig." Das Kultusministerium in Bayern betont, die Entscheidung liege in der Verantwortung der Schulleitungen. Die Schülerbeförderung nach Hause dürfe aber durch einen früheres Unterrichtsende nicht gefährdet sein.

Müssen alle Kinder einer Schule gleich behandelt werden?

Oft bekommen nur die jüngeren Schüler frei, die älteren müssen weiter schwitzen, weil sie als belastbarer gelten und außerdem schon mal lernen sollen, dass es im Arbeitsleben auch kaum Hitzefrei gibt. Die Teenies machen ihrem Ärger derzeit viel in sozialen Netzwerken Luft: "Dieser Moment, wenn durchgesagt wird, dass für alle Mittelstufenschüler hitzefrei ist, aber du seit dreieinhalb Wochen Oberstufenschüler bist ...".

Wenn die Schulen schon früher dicht machen, müsste es dann nicht auch Hitzefrei in Kitas geben?

Aus medizinischer Sicht nicht unbedingt, meint Kai-Peter Schubert, Oberarzt im Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Für Eltern wäre das auch noch schwerer abzupuffern als bei einem Schulkind. Mediziner Schubert meint: "Kitas haben viel mehr die Möglichkeit, mit den Kindern Ort und Aktivitäten zu variieren."

Macht Hitzefrei aus medizinischer Sicht überhaupt Sinn für Kinder?

"Das hängt von dem Umständen vor Ort ab", sagt Mediziner Schubert. "Es sollte dafür gesorgt werden, dass die Schüler genügend trinken und die Klassenräume dauerhaft gut gelüftet werden. Beim Sport sollten nicht Belastungstests in praller Sonne gemacht werden."

dpa/sh/AZ

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Die Diskussion ist geschlossen.

15.09.2016

Nur nochmal zum Verständnis ,

Ein Lehrer der Schüler sexuell missbraucht macht sich des sexuellen Missbrauchs schuldig wird angezeigt und aus dem Schuldienst entfernt.Dies ist Konsens auch wenn da mal früher darüber hinweggesehen wurde oder der " frühreifen " Tochter Verführungsabsicht unterstellt wurde.

Ein Lehrer der Kinder schlägt macht sich der Körperverletzung schuldig wird angezeigt und bestraft.Auch wenn es früher ganz normal war das Lehrer Prügelexzesse veranstalteten.

Ein Lehrer der sich das Recht herausnimmt andere in ihrer Freiheit zu beinträchtigen und sie dieser beraubt wird wegen Freiheitsberaubung angezeigt.Schüler die ihren Lehrer wegen Unfähigkeit in der Klasse festhalten oder zwangsmittel anwenden so das dieser die Klassenräume nicht verlassen kann, werden juristisch belangt.Die gilt daher auch für Lehrer.

Fürsorge und Aufsichtspflicht einer Lehrkraft bedeutet auch das die Lehrkraft prüft ob die teilnehmenden Schüler überhaupt in der Lage sind , auf Grund diverser Faktoren , die den Schülern gestellten Aufgaben überhaupt erbringen zu können.Eine Schulaufgabe von einem schreiben zu lassen der beide Hände eingegipst hat wäre ja auch lächerlich.

Der Satz der in den Posts immer wieder vorkommt , die Schüler sollen sich doch nicht so anstellen früher war es ja auch so , zeigt eine hohe Ignoranz gegenüber dem Kindeswohl.

Wer der Meinung ist das die Erziehungs Methoden früher besser waren kann seine Kinder , und am besten nartürlich sich selber , bei Einrichtungen der zwölf Stämme unterbringen.Dort werden den Kindern dann schon die " richtigen " Werte eingeprügelt.

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14.09.2016

Ich gehe auf das besagte Gymnasium und muss sagen hier wird viel Wind um keine große Sache gemacht. Der Unterricht besagten Lehrers ist viel eher entspannt. Außerdem kann man nun wirklich nicht erwarten, daß ein Lehrer bei jedem einzelnen Schüler prüft, ob dieser auch brav seine Flasche Wasser getrunken hat. Wir reden hier immerhin von einer weiterführenden Schule und nicht von einer Grundschule. Deswegen verbietet dieser Lehrer einem das Trinken während des Unterrichts NICHT im Gegenteil, man darf während des Unterrichts jederzeit trinken. Wenn die Kinder diese Möglichkeit nicht nutzen kann man das wohl kaum auf den armen Lehrer schieben. Und es ist nun wirklich nicht zu viel verlangt, die Schüler um 9:00 Uhr morgens eine oder zwei Runden laufen zu lassen. Kinder die morgens weder frühstücken noch etwas trinken brauchen sich nun wirklich nicht zu wundern wenn sie umkippen. Hoffentlich lernen sie daraus und machen diesen Fehler nicht wieder.

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14.09.2016

Völlig richtig. Bravo und vielen Dank.

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14.09.2016

Mich regt es einfach auf, das die darum so ein unglaubliches Aufhebens gemacht haben, ich meine wir hatten bei diesem Lehrer nach der Sport stundenlang in der die Kinder umgekippt sind Deutsch. Der gute ist eine halbe Stunde zu spät gekommen, wahrscheinlich (ich weiß es nicht genau, da wir in einem anderen Gebäude hatten und will hier jetzt auch niemandem etwas unterstellen) hat er danach noch schön von unserem Schulleiter und den Eltern eins auf den Deckel bekommen, jedenfalls war er schon ein bisschen durch den Wind, er hat uns nämlich noch einmal genau die selbe Aufgabe gegeben wie in der Stunde davor...

Und wenn wir jetzt wegen so einer, ich sag mal Kleinigkeit, einen unserer besten Sport/Deutsch Lehrer verlieren wäre das mehr als ärgerlich. Ich meine wir hatten durchaus schon schlimmere Sportlehrer als ihn. Zwei haben uns während des Unterrichts nur trinken lassen, sobald sie es erlaubt hatten (was so gut wie nie der Fall war). Sollte man da nicht erst einmal mit denen ein Hühnchen rupfen?

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14.09.2016

Na ja, wenn man heute als Lehrer angezeigt wird weil man nachsitzen lässt kanns einem schon schwul werden wenn ein Schüler in die Klinik muss :-)

Heute hat doch auch schon jeder "seinen Awalt".

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14.09.2016

Zu meiner Zeit - Jahrgang 1950 - hatten wir 3x/Woche 1-3 Std. Sport. Niemals gab es vergleichbare Fälle. Eltern müssen dafür sorgen, dass Ihre Kinder den Anforderungen der Schule gewachsen sind. Dazu gehört eine gute Ernährung und Zufuhr von Flüssigkeit. Das war zu meiner Zeit (1957-1971) normal. Heute wird von vielen Eltern aus Bequemlichkeit alles auf die Schule und Lehrer abgeschoben. Ich habe kein Verständnis für Schuldzuweisungen an Lehrer. Sie sind keine Erzieher sondern Wissensvermittler. Erziehung ist Aufgabe der Eltern. Dazu gehört auch eine normale Ernährung (Frühstück, genügend trinken, Mittagessen und Abendbrot). Und das nicht bei Mc******* oder Burger****, bzw: Döner**** und Imbiss.

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14.09.2016

Na ja, vielleicht waren wir nicht ganz so verweichlicht wie die heutigen Kinder. Ich kann mich aber schon erinnern, dass manchmal einer umgeflogen ist. Auch Verletzungen wie Zerrungen und ähnliches gab es.

Aber so eine Tamtam wie heute gab es einfach nicht und es war nichts in der Zeitung davon zu lesen. Wenn ich das schon höre: "gingen zurück ins Gymnasium und warteten dort auf den Rettungsdienst"

Fünf Krankenwagen und zwei Notärzte.... für ein bissl Kollaps. Fehlt nur noch der Hubschrauber....

Früher gabs nen nassen Lappen ins Genick oder auf den Kopf und einen Liter Wasser das wars dann.

Zur Ernährung: Der Döner ist ernährungsphysiologisch ja nicht unbedingt schlecht. Damals gabs aber zum Frühstück dunkles Brot meist mit Butter. Die Mutter hat dir zur Schule Brote eingepackt und wenn Geld da war gabs zur Pause ein Fläschen Kakao ansonsten Milch. Mittags stand das warme Essen auf den Tisch und es war jemand da der sich um dich gekümmert hat. Oftmals kamen die Väter sogar noch zum gemeinsamen Mittagessen heim. Aber das ist ja schon wieder rechtspopulistisch.....

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14.09.2016

Es sollte ja wohl einem Lehrer klar sein das häufig vor Unterricht und gerade am Morgen oft nicht gefrühstückt wird.Einem Sportlehrer sollte es möglich sein zu kontrolieren ob die am Sport teilnehmenden Getränke dabei haben bzw. diese auch trinken.Wenn nicht vorhanden hilft hier schon die Wasserleitung.Soviel Sorgfaltspflicht erwartet man heute auch von jedem Amateur Übungsleiter in Vereinen.Hier die Verantwortung auf Eltern oder Schüler abzuwälzen ist nicht in Ordnung.Derartiges Verhalten von Sportlehrern war früher durchaus üblich bis zu quälerischem und sadistischem Verhalten . Heute bitte nicht mehr ! Deshalb diesen Lehrer aus dem Schuldienst entfernen.Unsere Kinder sind nicht Freiwild für Sport Leistungs Fanatiker und Quälixe .

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