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Patienten
28.08.2015

Kassenärzte: Nur wenige Patienten warten lange auf Termin

Nur wenige Patienten müssen wirklich lange auf einen Arzt-Termin warten. Das sagen zumindest die Kassen-Ärzte.
Foto: RioPatuca Images - Fotolia

Nur wenige Patienten müssen wirklich lange auf einen Arzt-Termin warten. Das sagen zumindest die Kassenärzte. Die meisten Patienten bekämen innerhalb von drei Tagen einen Termin.

Lange warten auf einen Arzt-Termin? Fast zwei Drittel der Patienten bekommen innerhalb von drei Tagen einen Termin. Nur etwa jeder neunte warte länger als drei Wochen, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, am Freitag in Berlin. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich hier nicht viel geändert. 

Gegen den Widerstand der Ärzte verpflichtet Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen mit seinem Versorgungsstärkungsgesetz dazu, Terminservicestellen einzurichten. Diese sollen Patienten mit einer Überweisung innerhalb von vier Wochen einen Termin bei einem Facharzt verschaffen. Sollte dies nicht klappen, kann sich der Patient an ein Krankenhaus wenden.

Gassen räumte bei der Vorstellung der Versichertenbefragung 2015 ein, dass es aufgrund der freien Arztwahl in einigen Praxen vereinzelt zu längeren Wartezeiten komme. Grundsätzlich aber sei das System der freien Arztwahl in Europa nahezu einmalig.

Bei der Befragung von gut 6000 Patienten habe sich gezeigt, dass diejenigen, die sich im Gesundheitssystem zurechtfänden und "kommunikationsstark" seien, weniger Probleme haben, an einen Termin zu kommen, als etwa chronisch Kranke oder Menschen mit geringem Bildungsgrad. Die Ärzte sollten sich also bei Terminfragen besonders um diese Patienten kümmern, sagte Gassen. 

Ungeachtet solcher Defizite genössen Ärzte und Psychotherapeuten weiterhin hohes Ansehen und Vertrauen. 92 Prozent der Befragten vertrauten ihrem Arzt. 93 Prozent schätzten seine fachlichen Qualitäten. 

Gassen und das KBV-Vorstandsmitglied Regina Feldmann wiesen Darstellungen zurück, Ärzte zockten ihre Patienten bei den sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) ab, die nicht von den Kassen übernommen werden. Patienten würden diese Leistungen von sich aus in Anspruch nehmen, sagte Gassen. Er räumte allerdings ein, dass die Zahl der Befragten, die sich mit dem Zusatzangebot vom Arzt überrumpelt fühlten, zuletzt wieder gestiegen sei, von neun Prozent im Jahr 2013 auf aktuell 16 Prozent.

Feldmann, die in der KBV die Hausärzte vertritt, wies darauf hin, dass die Zahl derer, die bei der Suche nach einem Hausarzt Probleme hatten, leicht gestiegen sei. "Hier macht sich der beginnende Ärztemangel bemerkbar. Im Osten geben nach ihren Worten 39 Prozent der Befragten an, dass sie nicht genügend Hausärzte in ihrer Umgebung hätten.   AZ, dpa

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