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Plastikmüll
18.11.2015

Mikroplastik in Meersalz: Wie der Müll zurück zum Menschen kommt

Der schwimmende Plastikmüll vor den Balearen ist in diesem Jahr besonders schlimm.
Foto: Daphne Tieleman (dpa)

Immer mehr Plastikmüll belastet die Weltmeere - eine Gefahr für Ökosystem und Menschen. Denn oft findet der Kunststoff den Weg zurück in die Nahrungskette - etwa über Meersalz.

Die Weltbevölkerung produziert immer mehr Müll - und ein nicht unerheblicher Teil davon landet in unseren Meeren. Bis zu 30 Millionen Tonnen Plastikmüll, so rechnet das Umweltbundesamt, sind es jährlich. Etwa 3,5 bis 5,7 Millionen Tonnen kommen demnach allein aus Europa.

Das besorgniserregende an der Entwicklung: Die konkreten Folgen sind wohl noch gar nicht abzusehen. Denn der Kunststoffmüll schädigt nicht nur die Lebewesen in den Weltmeeren, in Form von Mikropartikeln gelangt er auch in den menschlichen Nahrungszyklus. Wie perfide das sein kann, zeigt eine Studie aus China. Forscher haben dort in Speisesalzen nach winzigen Plastikpartikeln gesucht. Ausgerechnet im Meersalz fanden sie besonders viele dieser Teilchen.

Plastik im Meersalz - nur eins von vielen Problemen

Insgesamt treiben nach Regierungsangaben mehr als 270 Millionen Tonnen Plastik auf den Weltmeeren - allein im Nordpazifik eine Fläche so groß wie Deutschland und Frankreich. Die Bundesregierung will die Vermüllung der Meere eindämmen und hat mit anderen EU-Staaten ein Forschungsprogramm mit einer Gesamtfördersumme von 7,5 Millionen Euro gestartet.

Die besonders Gefährliche ist die Haltbarkeit von Plastik, wodurch das Problem lange bestehen bleibt. Laut EU finden sich bereits jetzt in Bäuchen von 94 Prozent aller Vögel in der Nordsee Plastik.

Doch auch Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner sind betroffen. Viele Tiere sterben, wenn sie den Müll aus Versehen fressen oder sich in ihm verfangen. "Mikropartikel, deren Größe kleiner als fünf Millimeter ist, können ... genauso wie größere Kunststoffteile zu mechanischen Verletzungen des Verdauungstraktes führen, die Verdauung behindern sowie die Nahrungsaufnahme blockieren", hieß es in einer im September 2015 veröffentlichten Studie, die vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben worden war. Zudem könnten sie giftig sein oder hormonähnlich wirken. AZ

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