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Blutspende

09.08.2017

Schwule dürfen Blut spenden – aber nicht bedingungslos

Die Bundesärztekammer hat ihre Richtlinie gelockert: Homosexuelle Männer dürfen erneut Blut spenden. Einschränkungen bestehen dennoch.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Homosexuelle Männer dürfen wieder Blut spenden. Die Bundesärztekammer lockerte die Richtlinie. Doch das gilt nicht ohne Bedingungen

Selten löste eine neue Richtlinie der Bundesärztekammer so viel Wirbel aus. Demnach dürfen nun auch Schwule Blut spenden, solange sie eine Bedingung erfüllen: Männer müssen mindestens zwölf Monate gleichgeschlechtlich enthaltsam gelebt haben, um als Spender zugelassen zu werden.

Blutspenden: Weshalb gibt es Bedinungen für homosexuelle Männer?

Nach Angaben der Bundesärztekammer berge ihr Sexualverhalten ein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für schwere Infektionskrankheiten wie Hepatitis B (HBV), Hepatitis C (HCV) und Aids (HIV). 2015 waren nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mehr als zwei Drittel der insgesamt 3200 HIV-Infizierten deutschlandweit Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben. Auch deshalb hatte der Europäische Gerichtshof 2015 ein Spendeverbot für zulässig erklärt, wenn es keine guten Alternativen wie etwa wirksame Testmethoden oder genaue Spenderbefragungen gebe.

Schwulenverbände finden die Neuregelung zu restriktiv

Schwulennahen Verbänden geht die Neuregelung nicht weit genug. Die neue Richtlinie setze sich über die Erkenntnisse der Wissenschaft hinweg, erklärte etwa Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland. "Das Bestreben, Männer, die Sex mit Männern haben, weiterhin dauerhaft von der Blutspende auszuschließen, hat über die Wissenschaft  gesiegt." Auch die Deutsche-Aids-Hilfe sieht Homosexuelle weiterhin zu Unrecht benachteiligt: "Eine HIV-Infektion kann man heute sechs Wochen nach dem letzten Risiko sicher ausschließen. Diese Frist wäre nachvollziehbar - eine längere schließt viele Menschen weiterhin unnötig von der Blutspende aus", sagte Sprecher Holger Wicht dem Tagesspiegel.

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