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Umfrage

27.11.2019

Strahlenschutz-Amt: Deutsche beurteilen Strahlungsrisiken falsch

Wie gefährlich ist die Strahlung der Sonne oder von Mobilfunkmasten? Viele Deutsche schätzen die Risiken falsch ein, zeigt eine Studie.
Bild: Matthias Balk, dpa (Symbol)

Beim Telefonieren mit dem Handy, beim Röntgen, unter Stromleitungen und in der Sonne - Menschen sind ständig Strahlung ausgesetzt. Viele machen sich deswegen Sorgen, doch es gibt Wissenslücken.

Handy, Kernkraft oder Radon: Viele Deutsche wissen nicht, was die wichtigsten Quellen für Strahlung im Alltag sind und was für sie gefährlich sein könnte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Bundesamt für Strahlenschutz an diesem Mittwoch in Berlin veröffentlicht. Die Ergebnisse liegen der Deutschen Presse-Agentur vor.

Radon ist die größte Quelle für jährliche Strahlenbelastung

Fast drei von vier Befragten (73,9 Prozent) gaben demnach an, dass sie das Thema radioaktive Strahlung durch Kernkraftwerke "sehr" oder "eher" beunruhige. Mehr als jeder zweite (51,4 Prozent) macht sich Sorgen um Strahlung von Mobilfunk-Masten, fast ebensoviele (51 Prozent) über Handys und Tablets. Dagegen machen sich nur knapp 23 Prozent Sorgen über Radon in der Umwelt - obwohl es die größte Quelle für die durchschnittliche jährliche Strahlenbelastung ist und nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.

Radon entsteht im Erdreich und kann von dort in Innenräume gelangen. Es ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Rund fünf Prozent aller Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland können dem BfS zufolge Radon zugeschrieben werden - ein Schwellenwert, unterhalb dem das Gas mit Sicherheit ungefährlich ist, sei nicht bekannt. Bürgern empfiehlt die Behörde, als Gegenmaßnahme regelmäßig zu lüften und undichte Stellen in Keller und Erdgeschoss abdichten zu lassen.

Strahlenschutz-Amt: Deutsche beurteilen Strahlungsrisiken falsch

Bevölkerung überschätzt Risiken der Kernkraft

"Die Studie zeigt, dass die Risiken der Kernkraft in der Bevölkerung überschätzt und die Gefahr von beispielsweise Radon unterschätzt werden", sagte die Präsidentin des Strahlenschutz-Amtes, Inge Paulini, der dpa. Bei der Digitalisierung klaffe eine Lücke: "Einerseits gibt es den selbstverständlichen Umgang mit neuen Technologien und andererseits eine gefühlte Bedrohung durch die damit einhergehende Strahlenbelastung." Nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten (56,9 Prozent) wisse, dass sie als durchschnittliche Nutzer Handystrahlung stärker ausgesetzt seien als der von Sendemasten.

Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).
Bild: Julian Stratenschulte, dpa

Jeder zweite (49,2 Prozent) glaubt, dass Handy-Strahlung das Erbgut schädigen kann - "fälschlicherweise", wie das Bundesamt betont. Fast ebenso viele (48,7 Prozent) fühlen sich durch staatliche Einrichtungen vor Mobilfunk-Anlagen "überhaupt nicht" und "eher nicht" gut geschützt.

Mehr als die Hälfte beunruhigt wegen UV-Strahlung

Generell gaben mehr als 35 Prozent an, es mache ihnen Sorgen, dass sie "überall von Strahlung umgeben" seien, fast jeder Dritte glaubt, die Strahlenbelastung sei zu hoch. Knapp 70 Prozent sind der Ansicht, die Strahlenbelastung in Deutschland sei in den letzten Jahren stark oder etwas angestiegen.

UV-Strahlung durch Sonnenlicht empfinden 56 Prozent der Deutschen der Umfrage zufolge als beunruhigendes Thema, über die Strahlung von Hochspannungsleitungen zeigten sich 38,5 Prozent beunruhigt. (dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

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01.12.2019

@ Alois R.
Sie verteidigen Ihr Verhalten mit einer rechtstypischen Schutzbehauptung.
Wer jedoch nicht mit seinem Namen zu Behauptungen steht, sollte um so sorgfältiger die Quellen (nicht Sekundärquellen!) anschauen und gegebenenfalls zitieren.

Zur Kinderkrebsstudie:
Unsere Gundremminger Bürgerinitiative hat mit vielen Unterschriften um das Jahr 2004 die Kinderkrebsstudie mit auf den Weg gebracht. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Studie ausgeschrieben und die Ausschreibungsgewinner „Mainzer Kinderkrebsregister“ mit der Durchführung beauftragt. Zugleich wurde für die Studie ein wissenschaftlicher Beirat berufen.

Es wurden Kinder untersucht, da bei diesen wegen des Wachstums sich die Zellen noch sehr schnell tei-len. Sie sind deswegen wohl anfälliger gerade für durch Strahlung verursachte Tumore.

Die damals sehr umstrittene Studie hat drei Hauptergebnisse:

1. Um die AKW in Deutschland erkranken etwas mehr Kleinkinder an Krebs als in anderen Gebieten.
2. Negativer Abstandstrend. Je näher die Kleinkinder am AKW aufwuchsen, umso größer die Erkran-kungsgefahr.
3. Insgesamt sind es in Deutschland pro Jahr nur wenige Krebserkrankungen bei Kleinkindern, die man epidemiologisch (also statistisch) auf die Nähe eines AKW zurückführen kann. Andere Faktoren, die Krebs auslösen bzw. „begünstigen“ (Beispiele: Passivrauchen, gespritzte Felder, Autoverkehr) sind für die Krankheitszahlen wesentlich wichtiger.

Vermutlich werden auch Krebserkrankungen durch das Zusammenwirken mehrerer Faktoren ausgelöst bzw. „begünstigt“, so dass im konkreten Einzelfall nie die Ursache gefunden werden kann.

Raimund Kamm

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01.12.2019

https://www.aerzteblatt.de/archiv/62033/Kinderkrebs-und-Atomkraft-Keine-Erklaerung-fuer-erhoehte-Krebsraten

>> Die Strahlenschutzkommission bestätigt die Ergebnisse der KiKK-Studie: Ein kausaler Zusammenhang zwischen Kinderkrebs und der Nähe von Atomkraftwerken ist nicht nachweisbar. Handlungsbedarf sieht sie nicht. <<

Die erkennbare Aggressivität von Herrn Kamm gegen Herrn R. erscheint mir nicht angebracht.

Deutschland hat sich für den Atomausstieg entschieden - das ist gut weil es gesundheitliche Restrisiken ausschließt.

Auch gut, weil diese sozialistische Art der Stromerzeugung ohne Haftpflicht für eintretende Schäden keinen Platz in einem marktwirtschaftlichen System haben sollte.

Aber nun können wir nicht einfach noch alle Kohlekraftwerke stilllegen - die Bürger wollen in der großen Mehrheit eine gesicherte Stromversorgung. Die Windkraftlobby ist inzwischen genau so menschenfeindlich wie die Atomlobby. Der Infraschall der Rotoren braucht einen vernünftigen Abstand zu Wohnungen von Menschen - die 1.000m Regelung ist daher richtig.

Ach muss man diesen Energiechaoten noch erklären, dass man die Betonfundamente aufgelassener Anlagen nicht im Boden belassen kann.

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Rueckbau-bei-Windraedern-oft-mangelhaft,windkraft920.html

Und auf durchgerechnete Alternativen zur Dunkelflaute warten wir auch noch.

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01.12.2019

@ Alois R.
Offenbar haben Sie weder die Studie noch die Aussagen des Auftraggebers, des Bundesamtes für Strahlenschutz, gelesen:
https://www.bfs.de/DE/bfs/wissenschaft-forschung/ergebnisse/kikk/kikk-studie.html

Und verbreiten dann ohne mit Ihrem Namen dazu zu stehen, Unwahrheiten.

Raimund Kamm

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01.12.2019

"Und verbreiten dann ohne mit Ihrem Namen dazu zu stehen...."
.
Keiner hier im Forum hat Lust, von der Antifa, der Kampftruppe der Grünen, Farbbeutel ans Haus geschmissen zu bekommen. Oder dass mal so zufällig ein Auto brennt....................
Und sagen sie jetzt nicht wieder, dass dies nicht stimmt. Die Antifa bekennt sich sogar dazu !!

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02.12.2019

Also hier nehmen Sie sich und das AZ-Forum zu wichtig.

1. Sind den Autonomen-Gewalttätern der Antifa die Grünen zu rechts.
2. Zählen Sie doch mal die zahlreichen Fälle hier in der Region auf, wo Farbbreutel geworfen und Auutos angezündet wurden, weil deren Besitzer eine ncihtgrüne Meiung hatten. Bin auf Ihre aufgezählten Fälle gespannt!!!
2. Schauen Sie sich doch mal die Statistik Hasskriminlität an.
https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2019/pmk-2018-hasskriminalitaet.pdf

Aber das wird man ja noch sagen dürfen.

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30.11.2019

Die Studie ist an einer Stelle irreführend.

Radon verursacht, wovor das BfS seit vielen Jahren immer wieder warnt, wohl bei uns die meisten strahlenbedingten Erkrankungen wie Krebs.

AKW im Normalbetrieb verursachen vermutlich weit weniger Krebserkrankungen. Aber sie bewirken, wie die Kinderkrebsstudie nachgewiesen hat, bei Kindern, die in der Umgebung von AKW leben, je nach Entfernung zum AKW eine im zweistelligen Prozentbereich liegende Steigerung der Zahl von krebserkrankten Kindern.

Ganz wichtig ist jedoch das Risiko nach einem Großunfall: Dann wächst die Zahl der Strahlen- und Krebskranken wie auch die Zahl der durch Herz- und Kreislauferkrankungen usw. Betroffenen gewaltig.

Raimund Kamm

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30.11.2019

Sie erzählen schon wieder mal Märchen bzw. U...nn! Die Macher der Kinderkrebsstudie haben selber erwähnt: Wenn man untersucht hätte, ob die Kinderkrebsrate um Kirchtürme erhöht ist, wäre das Gleiche heraus gekommen! Und zwar deshalb, weil es viel zu wenig Fälle gibt, um daraus eine seriöse Studie zu erstellen! Deswegen wurden die Ersteller der Studie übrigens von den Auftraggebern, den Grünen, gar nicht zu der Präsentation der Studie eingeladen! Sie hätten sonst Unerwünschtes sagen können..............

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