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Studie
17.11.2016

Kaltes Duschen: Laut Studie führt es zu weniger Krankmeldungen

Brrrrrrrr, ist das kalt - aber es tut gut. Wer kalt duscht, meldet sich laut einer Studie seltener auf der Arbeit krank.
Foto:  Monique Wüstenhagen (dpa)

Eine niederländische Studie zeigt: Wer kalt duscht, meldet sich seltener bei der Arbeit krank. Ob das kalte Duschen aber wirklich die Gesundheit fördert, bleibt dabei unklar.

Niederländische Forscher haben sich in einer Studie mit den Auswirkungen von kaltem Duschen auf die Gesundheit beschäftigt. Das Ergebnis: Kaltduscher meldeten sich deutlich seltener bei der Arbeit krank. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wurde die Rate der Krankmeldungen um 29 Prozent reduziert.

Kaltes Duschen kann offenbar die Krankheitstage reduzieren

Die Wissenschaftler des Academic Medical Center in Amsterdam mit ihrer Untersuchung verfolgten das Ziel, herauszufinden, ob regelmäßiges kaltes Duschen einen Effekt auf Gesundheit, Lebensqualität und Produktivität bei der Arbeit besitzt. Für ihre Studie machten sie ein Experiment mit 3018 Probanden im Alter von 18 bis 65 Jahren. Die Studienteilnehmer sollten sich im Januar 2015 jeden Tag zu einer beliebigen Zeit duschen. Zunächst konnten sie sich die Duschtemperatur frei auswählen. Zum Abschluss aber sollte sich ein Teil der Probanden ganz kalt abduschen. Eine Gruppe musste dabei 30 Sekunden bei etwa zehn bis zwölf Grad kaltem Wasser ausharren, eine zweite 60 Sekunden lang und eine dritte Gruppe musste sogar 90 Sekunden lang das kalte Wasser aushalten. Zudem gab es eine vierte Gruppe, die als Kontrollgruppe diente, und nur warm duschen brauchte. Alle Probanden mussten nach dem Untersuchungszeitraum einen Fragebogen ausfüllen. In diesem wurden Krankheitstage, Krankmeldungen bei der Arbeit, Lebensqualität und Produktivität am Arbeitsplatz abgefragt.

Es zeigte sich, dass sich diejenigen Probanden, die sich dem kalten Wasser ausgesetzt hatten, seltener auf der Arbeit krank gemeldet hatten. Dabei gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen an Probanden, die kalt geduscht hatten. Es spielt also offenbar keine Rolle, wie lange man kalt duscht, Hauptsache ist, man tut es. Denn in der Kontrollgruppe, die ausschließlich warm geduscht hatte, gab es auffällig mehr Menschen, die sich auf der Arbeit krank meldeten. Beim Thema Lebensqualität zeigte sich nur ein leicht positiver und rein temporärer Effekt bei denjenigen, die kalt geduscht hatten.

Kaltes Duschen hält den Menschen aber nicht unbedingt gesünder

Auf die Krankheitstage an sich zeigte sich allerdings kein Effekt (also unabhängig davon, ob die Probanden zur Arbeit gegangen oder zuhause geblieben waren). Es könnte folglich also auch sein, dass sich die Kaltduscher nur öfters zusammengerissen hatten und krank zur Arbeit gegangen waren. Zudem wurde in der Studie nicht kontrolliert, ob sich die Probanden wirklich an das Warm- und Kaltdusch-Programm gehalten haben.

Viele Studienteilnehmer berichteten dennoch davon, dass sie durch das kalte Duschen mehr Energie empfunden hätten. So behielten mehr als die Hälfte auch nach Studienende zunächst das kalte Duschen bei. cch

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