Newsticker
Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder und liegt jetzt bei 442,1
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Tag der Organspende: Organspende: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Tag der Organspende
07.06.2014

Organspende: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Die Organspende ist ein schwieriges Thema in Deutschland.
Foto: Jens Kalaene (dpa)

Heute ist Tag der Organspende. Obwohl 11.000 schwerkranke Menschen ein Spenderorgan benötigen, geht die Zahl der Spenden zurück. Was Sie zu dem schwierigen Thema wissen sollten

Nach dem Transplantationsskandal an mehreren deutschen Universitätskliniken misstrauen viele Bürger nach wie vor dem Organspendesystem. Die Spenderzahlen haben sich nach dem massiven Einbruch noch nicht wieder erholt. Zum diesjährigen Tag der Organspende wird deshalb um neues Vertrauen geworben.

Wie viele Menschen warten auf ein Spenderorgan?

Bundesweit stehen rund 11.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Täglich sterben drei dieser Patienten, weil nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht. Allein 8000 Menschen brauchen eine neue Niere. Das sind etwa dreimal so viele Patienten, wie Transplantate vermittelt werden können.

Wie viele Organspender gibt es?

Nach den Transplantationsskandalen stürzte die Zahl der Organspender 2013 auf ein Rekordtief. Im vergangenen Jahr gab es bundesweit nur noch 876 Organspender und damit 16,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Summe der gespendeten Organe sank zugleich auf 3034. Auch in diesem Jahr zeichnet sich bislang keine Trendwende ab: Von Januar bis April wurden nach Angaben der DSO 287 Verstorbenen Spenderorgane entnommen. Das waren weniger als im Vorjahreszeitraum, als es noch 301 Spender gab.

Organspende-Skandal: Welche Kliniken waren verwickelt?

In den Universitätskliniken Göttingen, Leipzig, München und Münster hatte es schwerwiegende Verstöße bei Lebertransplantationen gegeben. So wurden systematische Falschangaben gemacht und Patienten bei der Organvergabe bevorzugt.

Tag der Organspende: Welche Konsequenzen hatte der Skandal?

Eine unabhängige Prüfkommission nahm bundesweit alle 24 Leberprogramme an den Transplantationszentren unter die Lupe und suchte in Krankenakten nach Unregelmäßigkeiten. Später sollen auch die Herz- und Nierenprogramme folgen. Zudem wurden stärkere Kontrollen veranlasst. Der Prozess gegen einen ehemaligen Transplantationsmediziner aus Göttingen dauert nach wie vor an, zudem laufen auch noch einige Ermittlungen.

Lesen Sie dazu auch

Welche Organe können gespendet werden?

Das sind Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Außerdem lassen sich Gewebe wie zum Beispiel Hornhaut oder Knochen verpflanzen. Im Spenderausweis können aber auch einzelne Organe ausgeschlossen werden. (AZ/afp)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.