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Ägypten

05.06.2014

Teile der Cheops-Pyramide mitgenommen - Deutsche angeklagt

Weil sie sich an der Cheops-Pyramide zu schaffen machten, haben drei Deutsche Ärger mit der Justiz in Ägypten. Die Forscher sind sich keiner Schuld bewusst.
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Weil sie sich an der Cheops-Pyramide zu schaffen machten, haben drei Deutsche Ärger mit der Justiz in Ägypten. Die Forscher sind sich keiner Schuld bewusst.
Bild: Khaled Elfiqi, dpa

Weil sie sich an der Cheops-Pyramide zu schaffen machten, haben drei Deutsche Ärger mit der Justiz in Ägypten. Die Forscher sind sich keiner Schuld bewusst.

 Sie sollen Proben aus der berühmten Cheops-Pyramide unerlaubt nach Deutschland gebracht haben. In Ägypten beginnt am Samstag ein Prozess gegen den "Experimental-Archäologen" Dominique Görlitz aus Chemnitz, zwei deutsche Begleiter und sechs Ägypter. Sein umstrittenes Forschungsprojekt an dem Weltwunder der Antike hatte vor einem Jahr in dem nordafrikanischen Land für große Aufregung gesorgt. 

Görlitz war im April 2013 gemeinsam mit dem Buchautor Stefan Erdmann nach Kairo gereist, um in einer Kammer der 136 Meter hohen Pyramide auf dem Plateau von Giseh (ca. 2620 bis 2580 v. Chr.) Proben zu entnehmen. In den für die Öffentlichkeit gesperrten Räumlichkeiten kratzten sie Farbreste ab und entnahmen Gesteinsproben, die sie anschließend zur Untersuchung im Labor des Fresenius-Instituts in Dresden abgaben.

Görlitz bestreitet den Vorfall nicht. Er sei sich jedoch keiner Schuld bewusst, da er zuvor eine Erlaubnis für den Besuch der Pyramide eingeholt habe. Die drei Beschuldigten sind längst wieder in Deutschland. Die ägyptischen Angeklagten hingegen - drei Kontrolleure der Altertümerverwaltung, zwei Wächter und der Besitzer eines lokalen Reiseunternehmens - sitzen in Untersuchungshaft. 

Teile der Cheops-Pyramide mitgenommen - Deutsche angeklagt

Proben von Pyramide entnommen: Ägypten drohte mit Interpol

Ägypten hatte vor einem Jahr gedroht, Interpol einzuschalten und eine Auslieferung der Deutschen zu beantragen - ein aussichtsloses Unterfangen. Nun will Kairo wenigstens die entnommenen Proben zurückzubekommen. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, dass ein Ersuchen der ägyptischen Behörden vorliege. Gemeinsam mit der zuständigen Staatsanwaltschaft sei das Ministerium um eine schnellstmögliche Rückführung bemüht. 

In Sachen Altertümer fühlt sich Ägypten von westlichen Ländern oft ungerecht behandelt. Seit vielen Jahren gibt es etwa Streit mit Deutschland um die Nofretete. Kairo fordert die Rückgabe der Büste der schönen Gattin des Pharaos Echnaton. Das wertvolle Stück war 1912 bei Ausgrabungen entdeckt worden und nach der Fundteilung an Deutschland gefallen. Nach Meinung vieler Ägypter aber wurde die Nofretete aus dem Land geschmuggelt, indem die Züge der Königin mit Lehm unkenntlich gemacht wurden.

Auch die Erwähnung des berühmten Rosetta-Steins bringt Ägypter stets in Rage. Der über 2200 Jahre alte Stein wurde 1799 in dem gleichnamigen Ort am Nil entdeckt und verhalf den damaligen Wissenschaftlern zum Durchbruch bei der Entschlüsselung von Hieroglyphen der alten Ägypter. Denn in den Stein ist ein Text in drei verschiedenen Schriften gemeißelt worden, von denen zwei bekannt waren: Griechisch und Demotisch. Dank dieser Übersetzungshilfe konnten die Forscher einige Jahre später auch Hieroglyphen verstehen. Der 726 Kilogramm schwere Stein ist heute nicht mehr am Nil, sondern befindet sich im Britischen Museum in London.

Allerdings hat die ägyptische Altertümerbehörde derzeit auch andere Probleme. Seit dem Sturz von Langzeitpräsident Husni Mubarak im Februar 2011 nutzen skrupellose Räuber und Schmuggler die unübersichtliche Lage für illegale Grabungen und Einbrüche in Magazine, in denen die Funde der Archäologen liegen. dpa

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