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Neue Studie

25.11.2013

Trotz Impfung: Keuchhusten bleibt ansteckend

Eine Schülerin führt ihre Hand vor dem Husten zum Mund.
Bild: Angelika Warmuth/Archiv (dpa)

Wissenschaflter haben festgestellt, dass auch Menschen, die gegen Keuchhusten geimpft wurden, ansteckend sein können. Deutsche Experten zweifeln die Ereignisse allerdings an.

Die Studie wurde zwar mit Affen und nicht mit Menschen durchgeführt, doch die Ergebnisse überraschen trotzdem: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat herausgefunden, dass geimpfte Tiere zwar nicht mehr an Keuchhusten erkranken, aber trotzdem ansteckend sein können. Den Grund für diese Entwicklung sehen die Wissenschaftler in den zahlreichen Keuchhusten-Fälle in den USA.

Etwa 42.000 Keuchhusten-Infektionen gab es im vergangenen Jahr in den USA. Und das obwohl die meisten Menschen dort geimpft sind. Die Forscher sprechen in ihrer Studie von einem "50-Jahres-Hoch". Diese wurde in der Fachzeitschrift "Proceedings" veröffentlicht. Leiter der Gruppe Tod Merkel plädiert deshalb dafür, verbesserte Impfstoffe gegen Keuchhusten-Bakterien zu entwickeln.

Deutsche Experten haben Zweifel

Experten des Paul-Ehrlich-Instituts in Hessen schätzen die Aussagekraft der Studie als gering ein. Grund dafür ist die geringe Anzahl an Versuchstieren. PEI-Präsident Klaus Cichutek sieht keinen Anlass, in Deutschland geltenden Impfempfehlungen zu ändern oder aktuelle Impfstoffe zu überprüfen.

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Die Forscher hatten kleine Gruppen von jungen Pavianen (drei bis vier Tiere) mehrfach mit Keuchhusten-Impfstoffen behandelt. Dann infizierten sie die geimpften Affen - sowie ungeimpfte und vormals an Keuchhusten erkrankte Tiere - mit Keuchhusten-Bakterien. Das Ergebnis dabei: Nur die ungeimpften Tiere erkrankten.

Knapp 5.500 Keuchhusten-Fälle in den neuen Bundesländern

Keuchhusten wird durch Bakterien mit Namen Bordetella pertussis verursacht. Laut Robert Koch-Institut erkrankten 2012 in den neuen Bundesländern 5438 Menschen daran. Tendenz stark sinkend. Zahlen für die gesamte Bundesrepublik gibt es nicht, da in den alten Bundesländern eine Meldepflicht erst seit März 2013 existiert.

"Wir können Keuchhusten derzeit nicht ganz eindämmen, wohl aber die Zahl der Fälle kontrollieren, in dem wir die Impfquoten besonders bei Jugendlichen und Erwachsenen weiter verbessern", sagt RKI-Expertin Hellenbrand.

Impfung hält nur zehn Jahre

Vor allem mit engen Kontakten mit Babys sollten sich impfen lassen. Nach einer Erkrankung bestehe keine lebenslange Immunität. Eine Impfung schütze höchstens zehn Jahre, danach bracuht man regelmäßig eine Auffrischung. (AZ, dpa)

Keuchhusten-Erreger, RKI

Keuchhusten Impfung, PEI

Pertussis, Impfstoff-Studien

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