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US-Studie
21.06.2017

Kokosöl enthält mehr gesättigte Fettsäuren als Butter

Kokosöl liegt als exotisches "Superfood" gerade voll im Trend. Doch tatsächlich enthält Kokosöl sehr viele gesättigte Fettsäuren - und ist damit auch nicht gesünder als Butter.
Foto: Symbolbild: Franziska Gabbert (dpa)

Laut einer US-Studie ist Kokosöl nicht gesünder als Butter. Denn das vermeintliche "Superfood" ist reich an gesättigten Fettsäuren, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern können.

Kokosöl hat als angebliches "Superfood" längst Einzug in deutsche Küchen gehalten. Befürworter schwärmen vom frisch-süßlichen Geschmack, den es exotischen Gerichten wie Curry verleiht. Sie sind überzeugt, dass Kokosöl die Gesundheit fördert. So soll es gegen Bakterien und Pilze helfen und vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen. Bewiesen ist das nicht - und eine neue Studie gibt Hinweise, dass Kokosöl dem Herz sogar mehr schadet, als nützt. Denn darin sind viele gesättigte Fettsäuren verborgen. Gesünder als Butter oder Sonnenblumenöl ist das nicht.

US-Studie: Gesättigte Fettsäuren in Kokosöl sind schlecht für's Herz

Das geht aus einer amerikanischen Studie hervor. Forscher verschiedener US-Universitäten, die Mitglieder der "American Heart Association" sind, haben untersucht, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden kann, da die weltweit die häufigste Todesursache darstellen. Rund 17 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an kardiovaskulären Krankheiten. Die richtige Ernährung ist Teil der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So spielt etwa der Konsum von Fetten und Ölen eine wichtige Rolle, wie die Forscher im Fachblatt "Circulation" schreiben.

Die Wissenschaftler der "American Heart Association" analysierten dazu bereits vorliegende Studienergebnisse zu den Auswirkungen von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In den dabei abgedeckten Studien waren zu diesem Zweck verschiedene Formen von Fetten untersucht worden. Bei der Auswertung dieser Studien stellten die Herzforscher fest, dass ein geringerer Konsum von gesättigten Fettsäuren bei gleichzeitig hohem Konsum einfach oder mehrfach ungesättigter Fettsäuren dazu führte, dass weniger Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Krankheiten starben.

Kokosöl enthält mehr gesättigte Fettsäuren als Butter und Palmöl

Die gesättigten Fettsäuren, die es demnach zu reduzieren gilt, sind Butter (aus Kuhmilch), Schweineschmalz, Rindertalg, Palmöl und Palmkernöl, sowie Kokosnussöl. Tatsächlich ist in einer im Artikel enthaltenen Tabelle deutlich zu sehen, dass unter diesen Fetten das Kokosöl als besonders reich an gesättigten Fettsäuren - und somit als besonders gefährlich und ungesund - hervortritt. Es enthält deutlich mehr ungesunde Fette als die tierischen Öle, die bislang als größtes Gesundheitsrisiko wahrgenommen wurden.

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Foto: Riedel

Die Wissenschaftler empfehlen, auf Kokosöl und andere Öle mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren zu verzichten. Stattdessen raten sie zu Öl aus Mais, Raps, Erdnüssen, Sonnenblumen, Safran oder Walnüssen. Am gesündesten sind wegen ihrem hohen Gehalt an Oleinsäure Sonnenblumen- und Olivenöl, Avocados und Nusssorten wie Mandeln, Cashews, Haselnüsse, Pistazien und Pekannuss.

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Schadstoffbelastung: Ökotest findet Mineralölrückstände in Kokosöl

Doch nicht nur die gesättigten Fettsäuren machen Kokosöl zu alles anderem als einem "Superfood". Denn Kokosmilch, Kokosraspeln, Kokosöl und Co. sind laut Öko-Test oft von Schadstoffen belastet. Jedes zweite Produkt war betroffen. So wiesen drei der getesteten Öle stark erhöhte Gehalte an Mineralölrückständen auf. Diese können sich im Körper anreichern und zu Organschäden führen. Auch Kokosraspeln und -milch sind dem Test zufolge teilweise belastet.

Wegen den zum Teil deutlich erhöhten Schadstoffwerten erhielten das "Naturgut Bio-Kokosöl nativ" und die "Ja! Kokosraspeln" von Rewe die Bewertung "mangelhaft". Sogar als "ungenügend" wurden das "Danlee Cocofin aus kaltgepresstem Kokosöl, flüssig" und das "Bio Planète Kokosöl nativ" (Anm. d Redaktion: Hier finden Sie die Stellungnahme des Herstellers) eingestuft. sh

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Die Diskussion ist geschlossen.

20.06.2017

Kleine - unvollständige - Liste "ungesunder" Lebensmittel: Butter, Margarine, Fleisch (rotes oder "verarbeitet" (Schinken, (Dauer-)Würste, Frikadellen, .... , oder gegrillt), Palmöl, Kokosöl, Käse, bzw. Fett in jeder Form, Milch, Tomaten, Pilze, (Meeres-)Fisch (Quecksilberbelastung), Alkohol in jeder Form, süsse Getränke (Limos (speziell wenn sie Coca Cola heißen), gesüßte Tees, ...), Zucker, "Fast Food", Pizza, Weißbrot, Schokolade, Bananen, Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Nüsse, Nudeln, Eier, Pommes (Bratkartoffeln seltsamerweise aber nicht), etc. etc.

All diese und noch viel mehr, galten oder gelten als "ungesund"! Und das sind nur die an die ich mich so ad hoc erinnern kann!

Und all diese Lebenmittel essen und trinken Menschen seit Langem, teilweise seit Jahrtausenden, und obwohl sie so "gefährlich" sind, steigt die Lebenserwartung!

Man stelle sich vor die Apologeten der "gesunden" Ernährung hätten recht und wir ernähren uns demnächst nur noch "gesund"! Wie hoch schöße dann wohl die Lebenserwartung, bzw. würden wir überhaupt noch sterben, und welche Konsequenzen das für die Bevölkerung der Erde hätte!

Übel, echt übel!

Übrigens, ist "Foodwatch" unter die Ölsucher gegangen? Ich mein ja nur, weil sie momentan immerl Mineralöl im Essen finden!

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20.06.2017

Sehr gut - auch meine Ansicht(en). Man kann alles essen was die selbsternannten Gesundheitsapostel für ungesund erklären. "Maß halten" - dann wird man 100(wenn mans will).

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