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USA
24.11.2016

Siamesische Zwillinge können sich zum ersten Mal ansehen

Siamesische Zwillinge haben Ärzte in New York getrennt. Die OP dauerte 27 Stunden.
Foto: Maurizio Gambarini/Symbolfoto (dpa)

Die siamesischen Zwillinge Anias und Jadon waren am Kopf miteinander verwachsen, als sie zur Welt kamen. Nach einer riskanten Operation sind die Zwillingsbrüder nun getrennt.

Erstmals seit ihrer Geburt vor 13 Monaten können die Brüder Anias und Jadon in getrennten Betten liegen. Die an den Köpfen verwachsenen siamesischen Zwillinge waren in einem spektakulären medizinischen Marathoneingriff in New York getrennt worden. Die 27 Stunden dauernde Operation wurde am Freitag, 14.10. (Ortszeit) erfolgreich beendet. "Zwei getrennte Babys", schrieb die Mutter der Kinder, Nicole McDonald, nach der Operation auf Facebook. Sie stünden jetzt vor einem neuen Kapitel ihres Lebens. Es werde Wochen dauern, bis man absehen könne, wie sich die Jungen von dem Eingriff erholen.

Bilder der getrennten Zwillinge zeigen jetzt die verdutzten Gesichter der Brüder, als sie sich zum ersten Mal ansehen konnten. Da die Jungen an den Köpfen miteinander verwachsen waren, mussten sie stets Kopf an Kopf liegen und hatten keine Chance, sich anzusehen.

Siamesische Zwillinge wurden getrennt

Dem Sender CNN zufolge, der den am Donnerstag begonnenen Eingriff dokumentierte, dauerte allein die Trennung der beiden Schädel rund 16 Stunden. Komplizierend kam hinzu, dass sich die Brüder eine etwa fünf mal sieben Zentimeter große Fläche Hirngewebe teilten. Weitere Operationen waren nach dem letzten Trennschnitt nötig, um ihre beiden Köpfe wieder zu vervollständigen.

Das Ärzteteam um den Neurochirurgen James Goodrich vom New Yorker Montefiore Medical Center hatte die jungen Patienten über Monate hinweg auf die schwierige Operation vorbereitet. So wurde etwa ihre Kopfhaut mit Implantaten für die geplante Trennung ausgedehnt.

Trennung von siamesischen Zwillingen - Eltern vor schwieriger Entscheidung

Da etwa 80 Prozent der am Kopf verbundenen siamesischen Zwillinge ohne einen Trennungseingriff innerhalb der ersten beiden Lebensjahre sterben, andererseits die Operation bleibende Hirnschäden verursachen kann, standen die Eltern vor einer schwierigen Entscheidung.

Derartige Kopf-Operationen sind extrem selten, die erste wurde 1952 in den USA durchgeführt. Einer der Jungen starb einen Monat nach dem Eingriff, sein überlebender Bruder wurde elf Jahre alt. Bei dem jüngsten Eingriff in New York handelt es sich nach Angaben des Senders CNN um die 59. Prozedur dieser Art weltweit.

Nicole McDonald postete am Freitag Fotos der beiden Jungen in ihren eigenen Krankenhausbetten. "Wie surreal", schrieb sie und bedankte sich bei dem leitenden Arzt. Er habe ein Wunder vollbracht. Tausende Nutzer drückten der Familie in Likes und Kommentaren ihre Glückwünsche aus. dpa/AZ

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