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Herz-OP

31.03.2015

Ulmer Chirurgen gelingt Weltpremiere bei OP am Herzen

An der Uniklinik in Ulm ist eine neuartige Operation am Herzen gelungen. Die Chirurgen ersetzten zwei Herzklappen am schlagenden Herzen einer Patientin.
Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolbild)

Ulmer Chirurgen gelang eine neuartige Operation. Mit der Katheter-Methode ersetzten sie zwei Herzklappen am schlagenden Herzen einer Patientin. Die Methode bietet viele Vorteile.

Atemnot und Müdigkeit nach kleinsten Anstrengungen – wenn Herzklappen verschleißen oder verkalken, leidet der Patient sehr. Eine klassische Operation, bei der der Brustkorb geöffnet, das Herz zum Stillstand gebracht und der Patient über eine Herz-Lungen-Maschine versorgt wird, ist gerade für ältere Menschen oft zu riskant.

Bei der Katheter-Methode wird deshalb nur ein kleiner Zugang unterhalb des Herzens oder an der Leiste gelegt. Ulmer Chirurgen haben nun mit dieser Methode zum ersten Mal zwei Herzklappen gleichzeitig eingesetzt – am schlagenden Herzen. „Weltweit zum ersten Mal“ sei solch eine Operation am Donnerstag geglückt, meldete die Uniklinik Ulm gestern.

Ulmer Chirurgen ersetzen zwei Herzklappen am schlagenden Herzen

Der Schnitt, den die Ärzte dafür am Herzen setzen mussten, ist kleiner als ein Zentimeter. Der Eingriff dauerte eineinhalb Stunden. Bei der 59-jährigen schwer kranken Patientin waren beide Klappen des linken Herzens verengt. Die künstlichen Herzklappen, bestehend aus einem Metallgeflecht und dem Klappenmaterial aus Rinderherzbeuteln, werden in einen bleistiftdicken Katheter gefüllt.

Über den Schnitt zwischen fünfter und sechster Rippe schoben die Chirurgen diesen Schlauch zu der linken Herzspitze. Dort verankerten sie die künstliche Herzklappe so, dass sie die Arbeit der kranken Mitralklappe übernahm. Weil es standardmäßig keine künstlichen Mitralklappen gibt, nutzten die Ärzte dafür eine große künstliche Aortenklappe. Über den gleichen Zugang ersetzten sie später auch die Aortenklappe.

„Diese Methode könnte auch anderen Patienten sehr helfen“, sagt Prof. Dr. Robert Bauernschmitt, für den der kathetergestützte Herzklappenersatz seit über acht Jahren den Schwerpunkt seiner Tätigkeit darstellt. Der Patientin in Ulm jedenfalls gehe es „blendend“. Sobald sich ihr Herz an die neuen Klappen gewöhnt hat, wird sie auch wieder stärker belastbar sein.

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