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  3. Urologie-Studie: Cannabis und Sex: Kiffen steigert die Lust

Urologie-Studie
02.11.2017

Cannabis und Sex: Kiffen steigert die Lust

Häufiges Kiffen scheint Amerikanern den Spaß am Sex nicht zu verderben - eher sogar im Gegenteil.
Foto: Daniel Karmann (dpa)

Kiffen erhöht offenbar die Lust auf Sex. Das geht aus einer Studie von Urologen der Universität Stanford hervor. Demzufolge steigt die Sex-Häufigkeit analog zum Cannabis-Konsum.

Bei einer Studie von Urologen der Universität Stanford, die im neuen "Journal of Sexual Medicine" veröffentlicht wurde, verglich das Team um Andrew Sun Zahlen aus einem großen US-Gesundheitssurvey. 50.000 Männer und Frauen zwischen 25 und 45 Jahren hatten darin Angaben zu ihrem Cannabis-Konsum im Vorjahr und der Sex-Häufigkeit gemacht. Ungeachtet von Alter, Geschlecht, Ethnie oder Lebenssituation zeigte sich: Wer täglich kiffte, hatte um etwa ein Fünftel häufiger Geschlechtsverkehr als Cannabis-Abstinenzler. Frauen hatten demnach in vier Wochen 7,1 statt 6 Mal Sex, Männer 6,9 statt 5,6 Mal.

Sex-Häufigkeit und Cannabis-Konsum: Eindeutiger Zusammenhang

"Häufiger Marihuana-Konsum scheint die sexuelle Motivation und Leistungsfähigkeit nicht zu schmälern. Wenn überhaupt, dann steht er mit erhöhter Koitus-Frequenz in Zusammenhang", bilanziert Senior-Autor Michael Eisenberg. Die Sex-Häufigkeit stieg dabei ziemlich parallel zum Konsum von Cannabis an - unabhängig davon, ob die Befragten auch andere Drogen wie Alkohol oder Kokain konsumierten oder nicht. Wie hoch die einzelnen Dosen waren, geht aus dem Datenmaterial nicht hervor.

Allerdings stellt die Arbeit auch keinen kausalen Zusammenhang her, sondern nur eine Korrelation. "Die Studie sagt nicht: Wenn du Marihuana rauchst, hast du mehr Sex", betont Eisenberg.

Mehr Sex-Spaß für Kiffer: Cannabis macht lockerer

Prof. Michael Sommer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Männergesundheit, hält den Zusammenhang dennoch für schlüssig: "Dass man bei moderatem Cannabis-Gebrauch lockerer wird, ist bekannt."

Bisher hatten Fachleute und Studien intensives Kiffen eher mit Libido-Verlust in Verbindung gebracht, bei Männern teils auch mit Erektionsschwierigkeiten und verminderter Spermien-Qualität. Andererseits hatten Versuche bei Tieren und Menschen gezeigt, dass Marihuana Hirnregionen stimuliert, die für sexuelle Erregung und Aktivität wichtig sind.

In 29 Bundesstaaten der USA ist Marihuana derzeit als Medizin oder zum Freizeit-Gebrauch erlaubt. Etwa 22 Millionen erwachsene Amerikaner konsumieren es regelmäßig. Nach offiziellen Zahlen haben in Deutschland etwa 1,4 Millionen Menschen im Vormonat in der Freizeit gekifft. Obwohl Cannabis also deutlich weniger verbreitet ist als in den USA, geht Sommer davon aus, dass sich die Ergebnisse der US-Studie grundsätzlich auf Deutschland übertragen lassen. Er schränkt aber ein: "Bei gemäßigtem Konsum!". dpa, AZ

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