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Cannabis

26.05.2015

Verbände und Experten fordern Paradigmenwechsel in der Drogenpolitik

Illegale Drogen begleiten die Gesellschaft - weil sie von bestimmten Menschen gegenüber den legalen Substanzen Alkohol und Tabak bevorzugt werden.
Bild: Oliver Berg (dpa)

Die restriktive Drogenpolitik sehen einige Verbände und Experten als Gefahr. Die Verbotspolitik sei gescheitert und verhindere den Handel und Konsum mit Drogen nicht.

Am Montag ist der Alternative Drogen- und Suchtbericht in Berlin vorgestellt worden. Mehrere Verbände und Experten sprachen sich dabei gegen die bisherige restriktive Drogenpolitik aus. Verbote könnten Konsum und Handel von Drogen nicht aufhalten, erklärte unter anderem die Deutsche Aids-Hilfe. Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) richte große Schäden an, statt den Menschen zu helfen und sie "vor den Folgen der Sucht zu schützen". Das betrifft auch Cannabis.

Cannabis staatlich reguliert verbreiten, Strafen vermeiden

Im Bericht wird eine "wirksame staatliche Regulierung" gefordert, die die Verbotspolitik ersetzen soll. Heino Stöver, Suchtexperte und Vorstandschef vom Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (akzept), betont: "Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel." Die staatlich kontrollierte Abgabe von Drogen wie Cannabis könne viele Probleme lösen. Momentan würden die Verbote Drogenhandel und -konsum nicht eindämmen, sondern lediglich ins Verborgene drängen.

Durch die Verdrängung der Drogenszene ins Verborgene sei es schwer, Konsumenten mit Hilfsangeboten zu erreichen. Auch Beschaffungskriminalität werde dadurch begünstigt. In dem Bericht wird unter anderem die kontrollierte Abgabe von Cannabis-Produkten gefordert. Dafür wird auch eine Festlegung bundesweit einheitlicher Drogenmengen zum Eigenbedarf notwendig. Der Alternative Drogen- und Suchtbericht wird seit 2014 von akzept, der Deutschen Aids-Hilfe und dem Selbsthilfe-Netzwerk JES Bundesverband herausgegeben. AFP/sh

 

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