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Vitiligo
25.05.2016

Weiße Flecken auf der Haut: Vitiligo kann seelische Probleme bereiten

Die hellen Vitiligo Flecken im Gesicht überschminkt Bea Kostrzeba jeden Tag mit einem speziellen Make-up.
Foto: Daniel Karmann, dpa

Gerade im Sommer fällt die Erkrankung auf, wenn sich die Stellen von der gebräunten Haut abheben. Bei Vitiligo haben die Betroffenen hellweiße Flecken auf ihrer Haut. Die Krankheit verläuft sehr unterschiedlich.

Als Bea Kostrzeba an einem Sommertag vor 28 Jahren morgens in den Spiegel schaute, war ihre Haut noch unauffällig. Seit dem Nachmittag an jenem Tag ist sie es aber nicht mehr. "Beim Fahrrad-Fahren entdeckte ich im Lenkrad-Spiegel plötzlich zwei münzgroße, hellweiße Flecken an meinen Mundwinkeln", erinnert sich die heute 39-Jährige aus Schweinfurt. Sofort fuhr sie nach Hause und schaute sich die Flecken mit einer Lupe an. "Doch ich konnte einfach nicht verstehen, woher sie kamen und warum sie nicht mehr weggingen. Ich hatte totale Panik." Mehrere Arztbesuche brachten Klarheit: Kostrzeba hat Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt. 

Die Krankheit verläuft sehr unterschiedlich. "Bei manchen Betroffenen können immer wieder neue Flecken auftreten, die im Laufe der Zeit größer werden, und bei anderen kann die Hautfarbe an manchen Stellen plötzlich wiederkommen", sagt Herbert Kirchesch vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin. Zunächst treten die Flecken häufig an Bereichen wie den Augenlidern, Mundwinkeln, Achseln und Leisten sowie am Handrücken auf. Häufig tritt Vitiligo zum ersten Mal im Alter zwischen 5 und 12 sowie zwischen 20 und 40 Jahren auf.

Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt. "Einerseits gibt es die These, dass es sich um eine Stoffwechselstörung der pigmentbildenden Zellen handelt", sagt Prof. Michael Sticherling vom Universitätsklinikum Erlangen. "Andererseits könnte es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln." Aus medizinischer Sicht handelt es sich um eine weitgehend kosmetische Erkrankung. "Vitiligo ist nicht ansteckend, verursacht keine körperlichen Schmerzen, und Betroffene haben eine normale Lebenserwartung."

Wie Vitiligo behandeln?

Zur Behandlung kommt häufig eine Bestrahlung mit sogenanntem Schmalband-UV-B-Licht zum Einsatz. "Bei etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten beginnen die weißen Stellen wieder zu pigmentieren, aber nicht unbedingt vollständig und gleichmäßig", sagt Sticherling.

Gelegentlich wird auch die sogenannte PUVA-Therapie angewendet. Durch Bäder oder Cremes wird zunächst der Pflanzeninhaltsstoff Psoralen auf die jeweiligen Vitiligo-Stellen aufgetragen, der die Empfindlichkeit der Haut für UV-Strahlen steigert. Anschließend folgt eine Bestrahlung mit UV-A-Licht. "Die Steigerung der Lichtempfindlichkeit durch Psoralen ist jedoch nicht immer exakt steuerbar, so dass es gelegentlich zu Verbrennungen kommen kann", sagt Kirchesch. 

Betroffene fühlen sich mitunter hilfslos, woraus sich eine Depression oder Angststörung entwickeln kann. Häufig entsteht ein Teufelskreis. "Viele haben Angst, sich zu zeigen, und vermeiden deshalb die Öffentlichkeit, was kurzfristig Erleichterung verschafft", erklärt Astrid Stumpf vom Universitätsklinikum Münster. Langfristig kann das die Situation aber verschlimmern. Helfen kann eine Psychotherapie.

Die weißen Flecken breiteten sich schlagartig aus

Nach ihrer Diagnose breiteten sich die weißen Flecken schlagartig über Bea Kostrzebas Gesicht aus. Mit 21 Jahren war ihr Gesicht fast vollständig mit weißen Flecken bedeckt, heute sind es durch UV-B-Bestrahlung noch rund 25 Prozent. Während die Betroffene Kanadierin Winnie Harlow international erfolgreich als Model arbeitet, brauchte Kostrzeba mehr als zehn Jahre, um ihre Flecken zu akzeptieren. "Ich selbst fand mich lange Zeit hässlich, fast so wie ein Alien." Bis sie sich einer Selbsthilfe-Gruppe des Deutschen Vitiligo-Bundes anschloss. "Zwar zieht mich jeder neue Fleck wieder herunter, aber ich spreche Vitiligo bei neuen Bekannten jetzt offen an. Schließlich kann ich ja nichts dafür." Von Martin Faber, dpa

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25.05.2016

Ich habe auch Vitiligo, zwar nicht im Gesicht, aber an Händen, Ellbogen, Knien, Füßen und anderen Stellen. Mich hat das nie groß gestört, das einzig nervige war lediglich, das zB meine Schulkameraden früher immer fragten was das für Flecken sind. Wenn man die Frage täglich hört, geht das schon etwas auf den Geist. Aber ich denke Positiv, die Krankheit macht nichts außer dass man sie sieht, wieso sollte ich depremiert sein. Meine Bald-Ehefrau (Freundin) findet sie sogar Putzig! Das gibt einem auch noch unheimlich selbstvertrauen. Ich will allen weiteren Betroffenen den Tipp geben diese Flecken nicht für zu Ernst zu nehmen. Auch ihr findet Leute denen es egal ist ob ihr sie habt. Eventuell sogar jemand der es mag :) Habt selbstvertrauen, das Leben ist zu kurz um depremiert hindurchzugehen. Anderen geht es doch viel schlechter, ihr seit keineswegs eingeschränkt. Übrigens ich behandel meine Krankheit garnicht!

Grüße aus Augsburg

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