Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. WWF: Dünne Eisdecke bedroht Ringelrobben-Nachwuchs

10.03.2009

WWF: Dünne Eisdecke bedroht Ringelrobben-Nachwuchs

Hamburg (dpa) - In der Ostsee droht nach Angaben der Umweltstiftung WWF ein Robbenbaby-Drama. Der Nachwuchs der Ostsee- Ringelrobben habe in Teilen des Binnenmeeres zum zweiten Mal in Folge kaum Chancen zu überleben.

Grund sei die zu dünne und zu geringe Eisdecke, teilte der WWF (World Wide Fund For Nature) in Hamburg am Dienstag mit. Ringelrobben-Babys brauchen den Schutz von Schneehöhlen auf dem Packeis, bis sie sich eine dicke isolierende Fettschicht angefressen haben. Müssen sie zu früh in die kalte Ostsee, erfrieren oder verhungern sie.

Vor hundert Jahren lebten laut WWF in der Ostsee noch rund 180 000 Ringelrobben. Bis in die 1980er Jahre seien die Bestände durch Jagd und Umweltgifte dezimiert worden. Heute gebe es nur noch vier Populationen mit insgesamt 7000 bis 10 000 Tieren und zwar im Bottnischen Meerbusen, im Finnischen Meerbusen, am Aland-Archipel zwischen Schweden und dem finnischen Festland sowie in der Rigabucht.

Für ihre Kinderstube brauchen Ringelrobben Regionen, die mindestens 90 Tage im Jahr mit Packeis bedeckt sind. Im vergangenen Jahr - dem eisärmsten Winter seit Beginn der Messungen vor 300 Jahren - verloren drei der vier Ringelroben-Populationen nach Schätzungen des WWF den größten Teil ihres Nachwuchses. In diesem Jahr sei die Eisschicht auf der Ostsee Ende Februar - dem Beginn der Robben- Wurfzeit - mit 105 000 Quadratkilometern doppelt so groß gewesen wie im vergangenen Winter. Trotzdem gebe es für den Nachwuchs der 200 Ringelrobben des Aland-Archipels sowie die 1000 bis 1500 Ringelrobben der Rigabucht auch in diesem Jahr kaum Überlebenschancen, sagte Cathrin Münster vom WWF-Ostseebüro in Stralsund.

Die Ostsee-Ringelrobben stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Das Sterben der Robbenbabys ist nach Einschätzung des finnischen WWF-Robbenexperten Antti Halkka ein Vorbote des Klimawandels. Klima-Experten würden bei einer ungebremsten Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts einen Rückgang der Eisdecke um 50 bis 80 Prozent voraussagen. "Wenn der globale CO2- Ausstoß nicht drastisch sinkt, droht die Ostsee-Ringelrobbe langfristig auszusterben", warnte Cathrin Münster.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren