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Sturmtief "Burglind"

03.01.2018

Wann ist ein Sturm ein Orkan?

Ein umgestürztes Verkehrsschild liegt im Hunsrückdorf Pfaffenheck auf dem Boden, nachdem das Sturmtief «Burglind» durchgezogen ist.
Bild: Thomas Frey (dpa)

Mit Windgeschwindigkeiten bis Windstärke 12 ist "Burglind" am Mittwoch auf Deutschland getroffen. Ab wann Meteorologe von einem "Sturmtief" und wann von einem "Orkan" sprechen.

"Burglind" ist am Mittwochmorgen auf Deutschland getroffen. Das Sturmtief bewegt sich im Laufe des Tages von Nordrhein-Westfalen über Hessen und Rheinland-Pfalz nach Bayern. Im Freistaat wird der Höhepunkt gegen Mittag erwartet.

In NRW behinderten umgestürzte Bäume und heftiger Regen massiv den Berufsverkehr. Straßen waren blockiert und der Regionalverkehr der Bahn gestört. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die Polizei appellierte an Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

"Burglind": Wann spricht man von einem Orkan?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den gesamten süddeutschen Raum eine amtliche Unwetterwarnung vor Orkanböen und teilweise auch schweren Gewittern herausgegeben, die bis zum Abend anhalten können. In Schwaben und Oberbayern sind Windgeschwindigkeiten um 120 km/h möglich.

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Damit ist die höchste Stufe der Beaufort-Skala, die Stufe 12, erreicht. Die Tabelle ist ein Hilfsmittel, mit dem Windstärken anhand der Auswirkungen des Windes geschätzt werden können.

Windstärke 12 beginnt bei Windgeschwindigkeiten ab 118 km/h. In dieser Kategorie kann ein Sturmtief schwere Verwüstungen an Gebäuden oder in der Natur anrichten. Darunter (103 bis 117 km/h) sprechen Meteorologen von einem orkanartigen Sturm (Windstärke 11). Darunter kommt noch der "Sturm" (Windstärke 8 und 9) sowie der "schwere Sturm" (Windstärke 10).

Orkan und Sturm: Windstärken der Beaufort-Skala

 

Unterschied zwischen orkanartigen Böen und Orkan

Entscheidend für die Bewertung eines Sturmtiefs ist neben den Windgeschwindigkeiten der Sturmböen aber auch die mittlere Windgeschwindigkeit. Während Sturmböen die Windspitzen, also kurze starke Momente des Sturms sind, wird die mittlere Windgeschwindigkeit über einen Zeitraum von zehn Minuten hinweg ermittelt.

Ein Sturmtief kann also orkanartige Böen mitbringen, die über 118 km/h liegen - auf der Zugspitze wurden am Mittwochvormittag sogar 175 km/h gemessen - muss deshalb jedoch kein Orkan bzw. Orkantief oder Zyklon sein, weil die durchschnittliche Windgeschwindigkeit deutlich darunter liegt. Wie Dieter Hackenthal, Diplom Meteorologe bei Wetterkonter, erklärt, treffe das auch bei "Burglind" zu. "Obwohl die Windspitzen sehr hoch sind, würde ich bislang von einem Sturmtief und noch nicht von einem Orkantief sprechen." drs

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