Newsticker

Rekord bei Corona-Zahlen: 14.714 Neuinfektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Warum Mediziner zur Masern-Impfung raten

Diskussion um Impfpflicht

25.02.2015

Warum Mediziner zur Masern-Impfung raten

Nicht jeder befürwortet eine Masernimpfung - Mediziner raten aber dazu. Die Impfung hat sich bewährt.
Bild: Lukas Schulze (dpa)

Wer sich nicht gegen Masern impfen lässt, gefährdet damit die Gesundheit aller. Deshalb ist die Masern-Impfung so wichtig. Die Impfpflicht sollte der letzte Ausweg sein.

Die aktuelle Masern-Welle konnte nur entstehen, weil sich so viele Menschen nicht gegen die gefährliche Kinderkrankheit haben impfen lassen. In der Folge ist nun eine Impfpflicht vorgeschlagen worden. Ähnlich wie Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat sich auch Justizminister Heiko Maas (SPD) zum Thema Impfpflicht geäußert: Sie sei "rechtlich nicht ausgeschlossen", aber sollte lediglich als letzter Ausweg gewählt werden.

Doch warum gibt es so viele Menschen, die nicht gegen Masern geimpft worden sind? Unter anderem liegt das auch an Impfgegnern. Mediziner raten dennoch dazu, sich gegen Masern impfen zu lassen. Wer Angst vor möglichen Nebenwirkungen der Impfung hat, sollte sich genau informieren. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, kommen solche Nebenwirkungen bei nur bis zu 15 Prozent der Geimpften vor. Es handelt sich um leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder eine gerötete oder schmerzende Impfstelle. Sehr selten gibt es auch allergische Reaktionen. Doch insgesamt gibt es bei der Masern-Impfung keine gefährlichen Nebenwirkungen.

Kein Impfschutz gegen Masern - das ist fahrlässig

Die Gefahr der Masern ist dagegen sehr groß. Schwere Folgen können ohne Impfung nicht nur starke Kopfschmerzen, Sprachstörungen, psychische Störungen bis zur Demenz und bleibende Lähmungen sein. Ohne Schutz vor den Masern kann auch die tödliche Gehirnentzündung SSPE auftreten. Diese zeigt sich laut RKI oft erst nach sechs bis acht Jahren. Auch wer unter weniger schweren direkten Folgen der Masern leidet, muss ohne Impfschutz von einem stark geschwächten Immunsystem ausgehen, das bis zu sechs Wochen lang sehr anfällig für zusätzliche bakterielle Infektionen bleibt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

"Die Impfung ist keine lebensbedrohliche Geschichte", betont Christian Träder, Pandemiebeauftragter des Berliner Klinikkonzerns Vivantes. "Komplikationen können nur sehr selten der Impfung zugeschrieben werden - manchmal ist ein Zusammenhang möglich, manchmal ist es schlicht Zufall." Lediglich Menschen, deren Immunsystem stark gehemmt ist, können durch die Impfung eine so genannte Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis erleiden. Diese Einzelfälle müssten nicht geimpft werden, wenn alle anderen (gesunden) Menschen sie durch ihren Impfschutz mittragen könnten.

Die Masern-Impfung hat sich bewährt. Sie "ist keine Modeimpfung, über deren Nutzen sich streiten ließe. Wer sein Kind nicht impfen lässt, handelt fahrlässig", erklärt Träder bestimmt. Folgen wie Fieber sind nach der Impfung eigentlich sogar ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass das Immunsystem reagiert. Würden sich alle Menschen impfen lassen, so könnten Masernviren bald ausgerottet sein - ein Ziel, das eigentlich schon 2015 hätte erreicht werden sollen. dpa/AFP/sh

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren