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Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
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Masern-Ausbruch

06.02.2015

Warum Sie ihr Kind unbedingt gegen Masern impfen sollten

Es ist wichtig, sich gegen Masern impfen zu lassen. Denn Masern gilt als eine der gefährlichsten Kinderkrankheiten.
Bild: Achim Scheidemann (dpa)

Die Zahl der Masern-Patienten in Berlin ist so hoch, dass nun klar ist: Die Pläne der Bundesregierung zur Ausrottung der Krankheit sind gescheitert. Schuld sind große Impflücken.

Um die Masern auszurotten, sind nur zwei kleine Pikser nötig. Denn wenn 95 Prozent der Bevölkerung gegen Masern geimpft worden sind, kann die hochansteckende Infektionskrankheit längerfristig eliminiert werden. Die Bundesregierung will die Masern ausrotten, dazu darf es nur 82 Fälle in ganz Deutschland geben. Doch nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind allein im Januar 2015 und allein in Berlin 254 Menschen angesteckt worden.

Jedes dritte Kleinkind in Deutschland ist nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend gegen Masern geimpft worden. Weil in den Jahrgängen ab 1970 die zweite Impfung für den vollständigen Schutz vor der Infektionskrankheit nicht empfohlen worden ist, sind auch viele Erwachsene gefährdet, sich mit der ansteckenden Kinderkrankheit zu infizieren. Eine Ansteckung mit den Masern ist aber alles andere als harmlos. Im schlimmsten Fall kann es zu Gehirnentzündungen kommen, die lebenslange Schäden wie geistige Behinderungen auslösen können.

Masern sind gefährlich - auch bei Erwachsenen

2013 hatte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu einer Impfpflicht bei Masern angeregt, wie es sie bei der Ausrottung der Pocken gab. Damals fand er kein Gehör. Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, schlägt dagegen einen Impfnachweis als Aufnahmekriterium bei öffentlichen Einrichtungen von Kindertagesstätte bis Schule vor. Die großen deutschen Ausbrüche der Masern vor zwei Jahren hätten nur einen kurzen "Aha-Effekt" gehabt, doch das Bewusstsein über die Gefahren der Masern bleiben bislang aus.

Sinnvoll ist die Impfung gegen Masern auf jeden Fall. Denn der Nutzen überwiegt dabei, auch wenn der Impfstoff im Einzelfall zu Fieber, Schwellungen, Hautrötungen und leichten Ausschlägen führen kann. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu den Symptomen von Masern. Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Betroffene wünschen, dass sie sich hätten impfen lassen. Wichtig ist auch, dass Mütter geimpft worden sind. Sonst greift bei Säuglingen unter elf Monaten der Nestschutz nicht, und schon durch ein Niesen können die Kleinkinder mit Masern infiziert wernden. dpa/sh

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