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Notfallverhütung

16.03.2015

Warum die rezeptfreie "Pille danach" nicht ungefährlich ist

Am häufigsten nehmen 16- bis 20-Jährige die «Pille danach» ein. Kritiker warnen, viele junge Frauen könnten nun allzu sorglos mit der «Notfallverhütung» umgehen.
Bild: Rolf Vennenbernd (dpa)

Die "Pille danach" können Frauen jetzt auch ohne Rezept bekommen. Viele Frauenärzte sind skeptisch, was den Nutzen angeht, und fürchten einen Anstieg ungewollter Schwangerschaften.

Die rezeptfreie "Pille danach" sollte ein Zeichen der Selbstbestimmung und der Freiheit sein. Doch die neue Regelung birgt auch Gefahren, zum Beispiel Abtreibungen und gesundheitliche Risiken. Auch ohne Verschreibung können Frauen nun die Präparate ellaOne und PiDaNa in der Apotheke erhalten. Experten sind von dieser Vertreibung der "Pille danach" allerdings nicht überzeugt.

Als Notfallverhütung soll die "Pille danach" eine ungewollte Schwangerschaft vermeiden. Doch viele Frauenärzte sind in Sorge, dass aus der Rezeptfreiheit mehr Schwangerschaftsabbrüche und mehr ungewollte Schwangerschaften resultieren könnten. Denn die Wirkstoffe haben es in sich. UPA, das in ellaOne enthalten ist, kann in zu Hoher Dosis zu einer Abtreibung mit lebensbedrohlichen Blutungen kommen. Ohne Rezeptpflicht sind Frauen vor solchen Risiken der "Pille danach" nicht geschützt.

Zu schwer für die "Pille danach"?

Zudem ist zu beachten, dass die "Pille danach" bei Frauen mit einem Gewicht von 75 Kilogramm weniger wirkt. Bei LNG, dem Wirkstoff der PiDaNa, lässt die Wirkung ab 75 Kilogramm nach, UPA ab 90 Kilogramm. Auch bei Frauen mit Neigung zur Thrombose dürfe LNG nicht angewendet werden. Ohne ärztliche Untersuchung ließen sich solche Dinge aber nicht immer ausschließen. Experten haben vor allem große Sorgen, dass die meist 16- bis 20-Jährigen Frauen, die die "Pille danach" einnehmen, zu sorglos damit umgehen.

Beim Arzt wird erst erklärt, was die "Pille danach" im Körper auslöst. Apotheken sind dazu nicht verpflichtet. Hebamme Gaby Robes fürchtet, dass junge Frauen durch die rezeptfreie Pille leichtsinniger werden. Und Birgit Seelbach-Göbel, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie, erklärt: "Es sieht nach Freiheit aus. Aber tatsächlich ist es vor allem ein großer Markt. Und die Pharmaindustrie profitiert." Viele Frauen, die die "Pille danach" nutzen werden, könnten aufgrund ihres Zyklus' ohnehin nicht schwanger werden. dpa/sh

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