Wer an der Umwelt sündigt, kann bald Ärger aus den Weiten des Weltraums bekommen. Für die Esa konzipiert das Raumfahrtunternehmen Astriumeinen einen neuen Satelliten zur Überwachung der Treibhausgasvorkommen.
Europäische Weltraumorganisation Esa
Die Esa (die Europäische Weltraumorganisation) will mit einem neuen Satelliten Jagd auf Umwelt- und Klimasünder machen. Das Raumfahrtunternehmen Astrium soll zu dem Vorhaben bis Ende 2013 eine Machbarkeitsstudie erstellen, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde. Verläuft sie erfolgreich, könnte die CarbonSat genannte Mission bereits 2017 starten und die Überwachung der internationalen Klimaabkommen ermöglichen.
Der brandneue Satellit soll den Ausstoß der beiden wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4) in bislang unerreichter Genauigkeit messen. Erstmals würde die Möglichkeit bestehen, lokale CO2-Quellen wie zum Beispiel Kohlekraftwerke, Emissionen von Städten oder auch von geologischen Quellen wie Vulkanen zu erfassen. Ähnliche Möglichkeiten bieten sich nach Unternehmensangaben für Methan an, das beispielsweise von Müllkippen und Öl verarbeitenden Industriekomplexen abgegeben wird.
Umweltsündern droht Ärger aus dem Weltraum
"Das Wissen über diese beiden Gase ist entscheidend für Klimavorhersagen, aber auch für die Überwachung von internationalen Klimaabkommen", so Astrium-Deutschlandchef Evert Dudok im Gespräch mit der deutschen Nachrichtenagentur dpa. Bislang gebe es keine zuverlässige Möglichkeit, die Umsetzung der Verträge von Kyoto und Kopenhagen zu kontrollieren.
"Ziel ist es, den Umweltsündern auf die Spur zu kommen", erklärte Dudok. Die Politik müsse dann entscheiden, was sie mit den neuen Informationen mache. Bislang ist eine eindeutige Unterscheidung zwischen natürlichen und von Menschen verursachten Emissionen vom All aus nicht möglich.
Raumfahrtunternehmen Astrium konzipiert neuen Satelliten zur Überwachung der Treibhausgasvorkommen
Sollte das Projekt einmal wirklich beschlossen werden, kann die europäische Raumfahrtindustrie auf Aufträge im Gegenwert von rund 100 Millionen Euro hoffen. Einen ähnlichen Betrag haben auch die bereits laufenden Erdbeobachtungsmissionen gekostet.
Für die Machbarkeitsstudie wird eine Mannschaft von internationalen Ingenieuren und Wissenschaftlern zuständig sein. Die Federführung liegt am Astrium-Standort in Friedrichshafen am Bodensee. dpa/AZ