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Neue Studie zum Klimawandel

26.03.2012

Wetterextreme kein Zufall

84 Prozent der Befragten meinen, dass es den Regierungen - etwa beim derzeitigen UN-Klimagipfel im südafrikanischen Durban - nicht gelingen werde, den Klimawandel zu stoppen. Foto: Elizabeth Ruiz
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Der Klimawandel kommt: Die Erderwärmung setzt sich nach Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) weiter fort. So sei 2011 das wärmste Jahr mit einem kühlenden sogenannten La Niña-Effekt gewesen, seit 1850 die regelmäßige Aufzeichnung von Wetterdaten begann, erklärte die WMO am Freitag in Genf aus Anlass des Welttages der Meteorologie.
Bild: dpa

Die weltweiten Wetterextreme der vergangenen Jahre sind kein Zufall: Eine neue Studie bestätigt die Zunahme von Wetterkapriolen durch die Erderwärmung.

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) berichten im Fachjournal "Nature Climate Change", dass zumindest bei extremen Regenfällen und Hitzewellen ein Zusammenhang mit der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung deutlich werde . Bei Stürmen hingegen sei der Zusammenhang noch nicht so klar.

"Das vergangene Jahrzehnt war eines nie dagewesener Wetterextreme", schreibt das Pik in einer Mitteilung. Hauptautor Dim Coumou betonte, die Häufung von Wetterrekorden sei nicht mehr normal. Das illustriere schon dieses Jahr: Allein zwischen dem 13. und 19. März seien in Nordamerika an mehr als eintausend Orten historische Wärmerekorde übertroffen worden.

Nach dem Stand der Forschung sollten Tropenstürme bei wärmeren Wassertemperaturen zwar stärker, aber nicht häufiger werden. Im vergangenen Jahrzehnt sind nach Studienangaben tatsächlich mehrere Rekordstürme aufgetreten - allerdings konnten die Zusammenhänge noch nicht exakt entschlüsselt werden. Ursache für die beobachtete starke Zunahme der Intensität von Tropenstürmen im Nordatlantik zwischen 1980 bis 2005 könnte neben der globalen Erwärmung auch eine Abkühlung der obersten Luftschichten sein. Kälte-Extreme nehmen mit der globalen Erwärmung insgesamt ab, fanden die Forscher. Dies gleiche jedoch nicht die Zunahme der anderen Extreme aus.

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2011 gab es in den USA 14 Wetterextreme, mit jeweils Kosten in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar. In Japan gab es außergewöhnliche Regenfälle, im Becken des chinesischen Jangtse-Flusses herrschte Trockenheit. 2003 war in Europa der heißeste Sommer seit mindestens einem halben Jahrtausend. 2002 fiel auf die Wetterstation von Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge an einem Tag mehr Regen als in Deutschland je zuvor gemessen wurde - hierauf folgte die Jahrhundertflut der Elbe.

Die Erderwärmung setzt sich unterdessen nach Erkenntnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) weiter fort. So sei 2011 das wärmste Jahr mit einem kühlenden sogenannten La Niña-Effekt gewesen, seit 1850 die regelmäßige Aufzeichnung von Wetterdaten begann, erklärte die WMO am Freitag in Genf aus Anlass des Welttages der Meteorologie. Grandios: Eis-Abbruch an Anden-Gletscher

Experte: "Die Welt erwärmt sich"

Messungen zeigten, dass "der Klimawandel jetzt stattfindet und nicht eine Gefahr in irgendeiner fernen Zukunft ist", warnte WMO-Generalsekretär Michel Jarraud. "Die Welt erwärmt sich aufgrund menschlicher Aktivitäten und das hat weitreichende und potenziell nicht rückgängig zu machende Auswirkungen auf unsere Erde, die Atmosphäre und die Ozeane", sagte er.

Ohne Berücksichtigung des derzeit wirkenden Wetterphänomens La Niña, das im Gegensatz zu einem El-Niño-Ereignis nicht für Erwärmung, sondern für Abkühlung sorgt, sei 2011 das elftwärmste Jahr seit 1850 gewesen.

"2001 bis 2010 war wärmste Dekade"

Die weltweiten Durchschnittstemperaturen lagen nach den WMO-Angaben im vergangenen Jahr um 0,46 Grad Celsius unter dem jährlichen Durchschnitt von 14 Grad zwischen 1961 und 1990.

Die WMO legte am Freitag zugleich eine Zusammenfassung von als noch "vorläufig" eingestuften Erkenntnissen vor, wonach sich die globalen Klimaveränderungen seit Beginn dieses Jahrtausends weiter beschleunigt haben. So seien die Jahre 2001 bis 2010 "die wärmste Dekade, die jemals auf allen Kontinenten der Erde registriert wurde".Grandios: Eis-Abbruch an Anden-Gletscher (dpa, AZ)

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Der Klimawandel und seine Folgen
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