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Medizin

29.07.2014

Zahl der Hautkrebs-Patienten in Deutschland steigt drastisch

Ein Hautarzt untersucht mit einem Vergrößerungsglas die Haut einer Patientin. Binnen fünf Jahren ist die Zahl der Hautkrebsbehandlungen um ein Viertel gestiegen.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

In den letzten fünf Jahren ist die Anzahl der Hautkrebs-Patienten in Deutschland drastisch gestiegen. Nur jeder dritte Bürger über 35 geht zum kostenlosen Hautkrebs-Check.

Die Zahl der Hautkrebspatienten in den deutschen Kliniken ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2012 wurden insgesamt 91.900 Patienten mit dieser Diagnose im Krankenhaus behandelt - das ist ein Anstieg um mehr als 23 Prozent binnen fünf Jahren, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Zugleich war dies die größte Zuwachsrate unter allen Krebsbehandlungen im Krankenhaus.

Ein Viertel der Patienten haben den gefährlichen "schwarzen Hautkrebs"

Rund ein Viertel der Patienten (26,6 Prozent) musste sich wegen eines bösartigen Melanoms, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs, behandeln lassen. Knapp drei Viertel (73,4 Prozent) waren mit der Diagnose heller Hautkrebs, zu dem das Basalzellkarzinom und das Plattenephithelkarzinom zählen, in Behandlung. Heller Hautkrebs ist deutlich verbreiteter als der gefährliche "schwarze" Hautkrebs, bildet aber seltener Metastasen.

"Schwarzer" Hautkrebs trat bei Männern vor allem am Körperrumpf auf, bei Frauen vor allem an den Beinen sowie der Hüfte. Vom "hellen" Hautkrebs sind dagegen besonders jene Körperregionen betroffen, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, zum Beispiel im Gesicht, auf der Kopfhaut, an Hals und Ohren.

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Drei Viertel der Hautkrebspatienten waren 65 Jahre und älter. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden im Krankenhaus deswegen sehr selten behandelt. Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist die UV-Strahlung der Sonne, die die Haut schädigen und Krebs hervorrufen kann. Auch erbliche Veranlagungen spielen eine Rolle.

Nur jeder Dritte nutzt den kostenlosen Hautkrebs-Check

Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland: Jedes Jahr erkranken nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft bis zu 200.000 Menschen neu daran. Die Deutsche Krebshilfe geht sogar von jährlich rund 234.000 Neuerkrankungen aus. Allein mehr als 20.000 Diagnosen betreffen den gefährlichen "schwarzen" Hautkrebs.

Ein Hautkrebs-Check hilft, bösartige Hautveränderungen früh zu entdecken. Alle zwei Jahre haben gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchung bei einem Hautarzt oder einem dafür qualifizierten Hausarzt. Studien zufolge nutzt aber nur jeder Dritte diese Möglichkeit. afp

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