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Ruth Nebel Juden Jüdin
Die Harburger Jüdin Ruth Nebel - hier mit ihrem Bruder - kam als Kind nach Israel. Dort entstand das Foto.

Sie war die letzte Harburger Jüdin – Erinnerungen an Ruth Nebel

Foto: Wundel

Die rührende Geschichte zweier Schulfreundinnen, die sich letztmals 1936 begegneten, aber 2018 wieder Kontakt zueinander fanden. Inzwischen sind beide gestorben.

Die achtjährige Elfriede Kilian vom Kratzhof bei Harburg hilft im Jahr 1936 gerade bei Feldarbeiten, als sie Besuch bekommt: Es sind zwei jüdische Kinder aus Harburg, ihre Freundin, die gleichaltrige Ruth Nebel, und ihr fünfjähriger Bruder Hans. Alle haben sie schmutzige Füße vom Barfußlaufen, wie es damals üblich war. Die beiden Geschwister sind gekommen, um sich von Elfriede zu verabschieden, weil sie aus Harburg weggehen. Sie wandern mit ihren Eltern nach Palästina aus, und es wird ein Abschied fast für das ganze Leben sein.

Elfriede und Ruth kennen sich von der Schule her: In der zweiten Klasse sitzt Ruth ganz außen in der zweiten Reihe, Elfriede neben ihr. Sie wird sich später daran erinnern, dass sie Ruth einige Male nach der Schule in ihrem Elternhaus in der Harburger Egelseestraße besuchen durfte und dass sie dort mit Puppen und einem Puppenhaus spielten. Ruth schenkte ihr eine grüne Glasperlenkette, die sie sehr liebte. Als beim Spielen die Schnur brach und einige Perlen verloren gingen, fädelte Elfriede die Kette mit ihrer Mutter neu auf. Sie bewahrte das Schmuckstück zur Erinnerung an ihre Freundin ihr Leben lang auf.

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Von  Richard Hlawon