Fuggerei 500 Jahre Jubiläum,  Fuggerei ;  Mittlere Gasse, Ansicht Richtung Rathaus Augsburg, Touristen
Foto: Annette Zoepf

Augsburg

Die Fuggerei: Eine Idee für die Ewigkeit - und bald ein Exportschlager?

Jährlich 88 Cent Kaltmiete, täglich drei Gebete. Das gilt seit 500 Jahren. Wie das Erbe von Jakob Fugger überlebte und nun in andere Länder „exportiert“ werden soll.

Erhard Smutny hat seinen Auftritt akribisch geplant, er hat Fernsehteams, Journalistinnen und Journalisten eingeladen und bei den Nachbarn Werbung gemacht. Vor der ockerfarbenen Kulisse der Fuggereihäuschen will er an diesem Nachmittag Augsburgs Bischof Bertram Meier schweben lassen. Ein Zaubertrick, wie ihn Smutny schon oft aufgeführt hat. Dass der „Schwebling“ ein hoher Geistlicher ist, bringt aber selbst den Profi ins Schwitzen. Der Bischof mag nah dran sein am Himmel, Schweben jedoch will gelernt sein. Am Ende geht alles gut: Der Bischof, naja, hängt in der Luft und Smutny bekommt, was er ein Leben lang so sehr brauchte: Applaus. Man kennt Smutny, 72, besser unter seinem Künstlernamen: Zauberer Hardy. Seine besten Zeiten hatte er in den 70ern, als sein Gesicht von tausenden Kinder-Zauberkästen lächelte, als er mit Franz Joseph Strauß, Udo Lindenberg und den Magiern Siegfried und Roy auf Du und Du war. Heute reicht ihm seine Rente kaum zum Leben, weshalb er vor vier Jahren in die Augsburger Fuggerei zog. Ein Ort, an dem er zur Ruhe kommt, in Würde leben kann, obwohl er, rein monetär gesehen, arm ist. Zu verdanken haben Smutny und etwa 150 weitere Fuggerei-Bewohnerinnen und Bewohner das einem Mann, der einst den Grundstein legte für eine Idee, die bis heute Bestand hat: Jakob Fugger, genannt der Reiche.

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