Wojciech Stachowiak, wo erreichen wir Sie denn gerade?
STACHOWIAK: Nun, ich befinde mich nach wie vor in Syracuse und packe gerade meine Sachen zusammen. Aufgrund der Tatsache, dass ich nach wie vor verletzt bin (Stachowiak wurde nach seiner Rückkehr von den Olympischen Spielen an der Hand operiert, Anm. d. Red.), besteht diesbezüglich keine Eile. Am Samstagfrüh werde ich dann nach Grand Rapids fliegen.
Ihr Wechsel von der NHL-Organisation der Tampa Bay Lightning zu den Detroit Red Wings, genauer gesagt zu den Grand Rapids Griffins, wurde am Donnerstag bekannt. Können Sie einmal schildern, wie Sie davon erfahren haben?
STACHOWIAK: Das Ganze kam auch für mich etwas aus dem Nichts, zumal es ja auch noch nach der offiziellen NHL-Trade-Deadline passiert ist. Wie ich erfahren habe, haben die Detroit Red Wings schon seit einigen Monaten versucht, mich per Trade zu bekommen. Doch die Verantwortlichen der Lightning hatten bislang immer abgelehnt - eben bis zu diesem Donnerstag! Sowohl der General Manager der Syracuse Crunch, Joel Bouchard, als auch jener der Tampa Bay Lightning, Julien BrisBois, haben mich nacheinander angerufen und mir mitgeteilt, dass ich nach Detroit getradet wurde. Das war ungefähr eine Stunde, bevor es öffentlich gemacht wurde.
Waren Sie sehr überrascht, als Sie diese Nachricht bekamen, Oder hatte bereits zuvor schon einiges auf einen Trade hingedeutet?
STACHOWIAK: Nein, es hatte sich wirklich überhaupt nichts angedeutet. Ich hatte hier in Syracuse beziehungsweise Tampa ein richtig hohes Standing. Dementsprechend wollten sie mich eigentlich überhaupt nicht abgeben. Sonst hätten sie es ja schon früher gemacht. Aufgrund der Tatsache, dass es in Syracuse jedoch mit Verteidigern momentan nicht wirklich gut aussieht, haben sich die Verantwortlichen letztlich doch zu diesem Schritt entschieden. Für mich haben sie dann letztlich einen richtig guten Abwehrspieler von Detroit erhalten.
Sprich: Dieser Trade kam auch nicht auf Ihre Initiative hin beziehungsweise Sie waren in diesen Vorgang überhaupt nicht involviert?
STACHOWIAK: Nein, überhaupt nicht. Ich wollte schon hier bleiben und habe deshalb auch gar nicht nach einem Trade gefragt. Wie gesagt, die Lightning wollte mich ursprünglich halten. Doch Detroit hat eben schon länger auf einen Trade gedrängt, der eben nun aufgrund dieser neuen Konstellation doch zustande gekommen ist. Für mich ist es auf den ersten Blick vielleicht etwas enttäuschend, da ich in dieser Saison nicht mehr in der NHL spielen kann (aufgrund der Tatsache, dass dieser Wechsel erst nach der NHL-Trade-Deadline vollzogen wurde, ist ein Einsatz in der NHL in der aktuellen Saison ausgeschlossen, Anm. d. Red.). Aber im Hinblick auf die neue Spielzeit ist es für mich möglicherweise sogar eine noch größere Chance als bisher.
Dementsprechend würden Sie diesen Trade auch nicht als Rückschritt bezeichnen?
STACHOWIAK: Nein, auf keinen Fall! Klar ist es, wie bereits gesagt, anfangs etwas enttäuschend. Aber ich komme jetzt zu einem Team, mit dem ich sehr große Chancen haben, die Meisterschaft in der AHL zu gewinnen. Hinzu kommt, dass diese Organisation mich unbedingt wollte. Daher gehe ich auch fest davon aus, dass die dortigen Verantwortlichen gewisse Pläne mit mir haben. Und ich hoffe natürlich, dass diese auch auf die nächste Saison ausgelegt sind.
Haben Sie denn mit den Red Wings-Verantwortlichen auch schon über die kommende Spielzeit gesprochen?
STACHOWIAK: Nein, das nicht. Die bisherigen Gespräche, die ich geführt habe, gingen ausschließlich über das Hier und Jetzt! Momentan bin ich ja ohnehin noch verletzt. Ich warte jetzt erst einmal ab, bis ich wieder fit bin und spielen kann. Danach besteht immer noch die Möglichkeit, über Verträge zu sprechen.
Haben Sie sich denn schon ausführlich über Ihre „neue Heimat“ sowie Ihr künftiges Team informiert?
STACHOWIAK: Ich war sogar schon einmal in der Stadt! Bevor ich zum ERC Ingolstadt gewechselt bin (2019/2020), war ich auf der Michigan State University. Diese liegt nur circa 30 Autominuten von der Stadt Grand Rapids entfernt. Diese ist wirklich sehr schön. Darüber hinaus habe ich von der Organisation selbst auch nur positive Dinge gehört. Da die Mannschaft bislang das beste Team der AHL ist, freue ich mich sehr darauf, künftig ein Teil davon zu sein.
Einer der Superstars bei den Detroit Red Wings ist bekanntlich Ihr Nationalmannschafts-Kollege Moritz Seider. Hatten Sie seit der Bekanntgabe Ihres Trades schon Kontakt mit ihm?
STACHOWIAK: Ja, den hatte ich in der Tat. „Mo“ hat mir am Donnerstag nach seinem Spiel mit den Red Wings geschrieben und mich in der Organisation begrüßt. Das hat mich wirklich sehr gefreut.
Abschließend noch eine Frage zu Ihrer Gesundheit: Wie geht es Ihnen nach Ihrer Hand-OP?
STACHOWIAK: Es geht auf alle Fälle voran und wird immer besser. Ich muss jetzt natürlich noch etwas an meiner Kraft arbeiten. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass ich möglichst bald wieder spielen kann und darf.
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