Für ein klares "Nein" zum Windpark Odelzhausen sprach sich der Gemeinderat Adelzhausen aus. Entscheidend für den einstimmigen Beschluss waren dabei die Argumente des Schattenwurfs, des Infra-Schattens, des Eingriffs in die Natur durch Rodung von Wald sowie der Verunstaltung des Landschaftsbildes. Die Gemeinde wäre durch die nur ein Kilometer entfernten Ortsteile Tremmel und Michelau unmittelbar betroffen und will sich solidarisch mit den Bürgern dort zeigen.
"Ich bin wahrlich kein Windkraftgegner, aber es gibt wirklich geeignetere Standorte als hier zwischen Hohenzell und Hadersried", sprach sich Bürgermeister Lorenz Braun bereits zu Beginn gegen den Standort aus.
Braun war vor Kurzem in Richtung Berlin unterwegs und sah auf dem Weg dorthin zahlreiche Windräder, wie er berichtete, doch dort verstehe er die Errichtung: "Da waren meilenweit keine Ortschaften zu sehen, da haben auf großen ebenen Flächen nur Kühe gegrast, und da sind Windräder auch angebracht." Braun verwies auch auf eine Studie vor einigen Jahren, welche die heimische Gegend als relativ windarm identifizierte. "Dafür sollen die Windräder dann noch höher gebaut werden, weil weiter oben ja erst genug Wind ist." Braun sprach von der Möglichkeit der Betreiber, bis zu 180 Meter hohe Bauten zu errichten, "die dann bestimmt bis Friedberg sichtbar wären."
Schattenwurf ist für die Gemeinde das größte Problem
Das größte Problem sieht die Gemeinde im Schattenwurf, welcher die komplette Kommune betreffen würde. Außerdem entstehe ein Infra-Schatten. Gemeinderat Peter Haug wies weiterhin auf eine zu hohe Stromerzeugung dort hin, da nur knapp daneben bereits ein Solarfeld errichtet wurde. "Da müsste unter tags dann eine Energiequelle gedrosselt werden", hatte Haug gehört, "und dies wäre dann nicht gerade effizient."
Gemeinderat Wolfgang Schroll stört die Rodung von Wald, welche mit der Errichtung einhergehen würde, da die Straße dort verbreitert werden müsste. Auch Lorenz Braun teilte diese Ansicht und sieht die Verhältnismäßigkeit gestört, "denn wir müssen in der Gemeinde teilweise einzelne Bäume aus Naturschutzgründen versetzen und dort wird aufgrund wirtschaftlicher Interessen einfach Wald beliebig abgeholzt."
Des Weiteren zeigte man sich mit der Vorgehensweise der Gemeinde Odelzhausen sehr unzufrieden, welche zusammen mit einem privaten Betreiber und der Stadt Augsburg das Projekt durchführen will. "Wir müssen bei allen möglichen Vorhaben die Zustimmungen unserer Nachbargemeinden einholen, und in diesem Fall würden wir alle übergangen werden", polterte Braun, der vom Windpark erst aus der Presse erfuhr.
Die Gemeinde einigte sich nun einstimmig, gegen das Vorhaben Einspruch einzulegen, so wie es auch die Gemeinde Eurasburg bereits beschlossen hat. "Doch es kann gut sein, dass wir in diesem Fall gar nichts machen können, wenn das Projekt als privilegiert behandelt wird", so Braun weiter.