Vor einem Vierteljahrhundert wurde die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Pöttmes gegründet. Dieses Jubiläum feierten die beteiligten Kommunen Pöttmes und Baar jetzt im Gasthaus Bachmeir in Heimpersdorf. Baars Bürgermeister Leonhard Kandler wusste in seinem Rückblick jede Menge interessanter Begebenheiten zu erzählen, die ihm auf dem langen Weg in die politische Freiheit in Erinnerung geblieben sind.
Gleich zu Beginn seiner Rede ging er auf Johann Schmuttermeier ein, der damals Bürgermeister in Pöttmes war: „25 Jahre ohne Schmuttermeier kann man sich nicht vorstellen, ich schon gleich gar nicht.“ Es war im Jahr 1972, als Oberbaar und Unterbaar die Gemeinde Baar in Schwaben bildeten. Von Liebe auf den ersten Blick konnte damals keine Rede sein, denn bei einer Bürgerversammlung wurde es recht spät, ehe die „Hochzeit“ feststand. Da war es bereits 4 Uhr früh.
Mit zwei Bussen fahren die Baarer zum Gericht
1978 erfolgte die Eingemeindung nach Thierhaupten. Nach vielen Anträgen und Bitten reichten 541 Bürger aus Baar eine Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof ein. Mit zwei Bussen reisten die Baarer zur Urteilsverkündung an. Wie Kandler ausführte, bekam es der Richter mit der Angst zu tun und forderte Hilfe durch die Bereitschaftspolizei an. Erst 1992 kam so richtig Bewegung in die Angelegenheit. Der damalige Landrat Theo Körner zog im Hintergrund die Fäden und Schmuttermeier bot Baar eine VG an.
Am 1. Januar 1994 war Baar schließlich frei, bildete zusammen mit Heimpersdorf eine VG mit Pöttmes. Der Start verlief holprig. „Wir haben null Erfahrung gehabt“, gestand Leonhard Kandler. Als Erstes musste eine Grundausstattung für den Bauhof gekauft werden. Kandler wurde in einer Stichwahl Bürgermeister, wobei er sich gegen zwei Mitbewerber durchsetzte. Auf fünf Listen bewarben sich 66 Kandidaten um einen Sitz im Gemeinderat. Der Start der neuen Gemeinde war mühsam, weil keiner eine rechte Vorstellung davon hatte, was eine Verwaltung zu leisten hat.
Landrat erfüllt den Mitarbeitern einen Wunsch
Sissi Veit-Wiedemann, Zweite Bürgermeisterin in Pöttmes und Mitglied des Kreistags, überbrachte die Grüße von Landrat Klaus Metzger, der verhindert war. Sie ging auf die diversen Klimmzüge ein, die gerade in den Anfangsjahren der VG zu bewältigen waren. Dann listete Veit-Wiedemann die Vorzüge der Zusammenarbeit auf: ein größerer Erfahrungsschatz beispielsweise, eine Optimierung der Abläufe und eine Konzentration der Kräfte. Der Landrat spendete zum Jubiläum einen Betrag von 250 Euro und erfüllte damit einen Wunsch der Mitarbeiter in der Pöttmeser Verwaltung, die von dem Geld einen Kurs in Erster Hilfe finanzieren wollen.
Franz Schindele, der Bürgermeister von Pöttmes und Gemeinschaftsvorsitzender, begrüßte die Mitglieder der beiden Gemeinderäte, die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle sowie die Blaskapelle Baar, die einige Stücke spielte. Er sprach von einem großen Kraftakt, „beide Gemeinden zusammenzuführen und eine Verwaltung zu organisieren, um die großen Aufgaben zu bewältigen“.
Vier Mitstreiter der ersten Stunde sind noch dabei
Gekommen war auch Ernst Abold, der damals die Verwaltung in Pöttmes leitete. Nur vier Leute der ersten Stunde sind heute noch tätig: Silvia Keller-Sattich, Sigrid Härtl, Elke Seitle und Leonhard Kandler. Vor 25 Jahren waren im alten Rathaus in Pöttmes 13 Mitarbeiter in Vollzeit beschäftigt, heute sind es 27, davon 14 in Teilzeit.