Michael Asam klopft dreimal mit seiner rechten Hand auf den Riesenkürbis. Sein linkes Ohr legt er dabei auf die Pflanze: „Es klingt dumpf, das ist ein gutes Zeichen, dann wird er richtig schwer“, erklärt er. Der 43-Jährige aus Heretshausen bei Adelzhausen im Landkreis Aichach-Friedberg züchtet seit drei Jahren Riesenkürbisse mit dem Ziel, Rekorde zu brechen. Im vergangenen Jahr landete er mit einem 405 Kilo-Kürbis bei der bayerischen Meisterschaft auf Platz drei. Jetzt fühlt er sich zu Schwererem berufen: „Ich möchte die 500-Kilo-Marke knacken.“
Michael Asam opfert für Kürbisse seine gesamte Freizeit
Für dieses Ziel opfert Michael Asam seine gesamte Freizeit. Wenn der gelernte Spengler von der Arbeit nach Hause kommt, geht er als Erstes zu seinen vier Riesenkürbissen aufs Feld. Die Pflanzen bekommen dann ein zweistündiges Verwöhnprogramm: Düngen, Beschneiden und vor allem Gießen. Pro Tag sind das laut Asam etwa 150 bis 200 Liter Wasser. Das sei nötig, um ein explosives Wachstum zu erreichen. Oft ist Asam bis spät in die Nacht bei seinen Rekord-Gewächsen. Wenn er Urlaub hat, oft auch den ganzen Tag. Seine Frau und seine beiden Kinder haben sich an das ungewöhnliche Hobby gewöhnt, erklärt er: „Ihnen ist das lieber, wenn ich zu Hause bei den Kürbissen bin als im Wirtshaus.“
Noch fünf Wochen bis zur bayerischen Meisterschaft
Bis zur bayerischen Meisterschaft in Schwabhausen (Landkreis Dachau) hat Asam noch fünf Wochen Zeit. Damit einer seiner vier Kürbisse die 500-Kilo-Marke durchbricht, holt er sich Tipps von Kürbisexperten aus ganz Bayern.
Einer davon ist Robert Jaser. Was XXL-Gemüse angeht, ist der 38-Jährige aus dem Landkreis Günzburg ein absoluter Fachmann. Er hat schon eine 2,86 Meter lange Gurke und einen neun Kilo schweren Kohlrabi gezüchtet. Mit 617 Kilo hatte er 2009 den schwersten Kürbis Deutschlands. Im Gegensatz zu Asam war er bereits bayerischer Meister. Über den Heretshausener Riesenkürbis sagt der 38-Jährige: „Der ist jetzt schon gewaltig groß. Mit der richtigen Pflege hat er Chancen, ganz vorne dabei zu sein.“
Wolldecken um die Kürbisse
Weil Asams Kürbisse im Freien stehen, sei es besonders wichtig, die Pflanzen in den kalten Nächten zu schützen. Jasers Geheimtipp: „Wolldecken um die Kürbisse wickeln, dann gehen sie nicht kaputt.“ Die schwierigste Phase sei aber der Transport zur bayerischen Meisterschaft. Dafür hat Asam einen Plan geschmiedet: „Erst wird der Kürbis außen mit Styropor eingebaut und dann mit einem Lastzug auf den Transporter gehoben. Dann hoffe ich, dass bis Schwabhausen kein Unfall passiert.“ Sonst hätten sich die aufwendigen Maßnahmen des 43-Jährigen nicht gelohnt.
Für sein persönliches Ziel hat Asam die Samen der vorigen Weltmeister-Kürbisse aus den USA gekreuzt. Pro Korn hat er etwa 600 Euro gezahlt, verrät er. „Theoretisch müsste wieder ein Weltmeister herauskommen“, sagt er und lacht. Was nach der Meisterschaft mit den Kürbissen passiert, steht noch nicht fest. Man könne aus solch einem Koloss 2000 Portionen Kürbissuppe machen.