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Aichach-Friedberg: Wenn die Familie wegen Corona an Weihnachten plötzlich weit weg ist

Aichach-Friedberg

Wenn die Familie wegen Corona an Weihnachten plötzlich weit weg ist

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    Monika Niedzwiedzki verbringt Weihnachten mit ihren Töchtern üblicherweise in Polen. Das Bild zeigt die vier im vorigen Jahr im Haus der Uroma der Mädchen.
    Monika Niedzwiedzki verbringt Weihnachten mit ihren Töchtern üblicherweise in Polen. Das Bild zeigt die vier im vorigen Jahr im Haus der Uroma der Mädchen. Foto: Dawid Niedzwiedzki

    Die Familie von Monika Niedzwiedzki aus dem Aichacher Stadtteil Klingen scheint in anderen Jahren nicht so weit weg wie heuer. Normalerweise besuchen sie die Familie in Polen mehrmals im Jahr. Ihr Mann ist Pole, seine Mutter und Großmutter leben noch dort. Jedes Jahr an Weihnachten fahren die Niedzwiedzkis nach Polen und feiern dort. Monika Niedzwiedzkis drei Töchter freuen sich immer darauf Oma und Uroma zu sehen. "Die Kinder haben vor allem mit der Uroma eine sehr gute Beziehung", erzählt Niedzwiedzki. Doch ein Besuch ist dieses Jahr nicht möglich.

    Weihnachten auf Distanz? Von Aichach-Klingen nach Polen

    Bei der Rückkehr müssten alle fünf in Quarantäne, Niedzwiedzkis Mann hätte mit einem Verdienstausfall zu rechnen. "Es müsste uns ja auch jemand während der zehn oder 14 Tage mit Essen versorgen", sagt Niedzwiedzki. Sie sagt, ohne Kinder hätten sie es vielleicht gewagt, so hätten sie beschlossen, zu Hause zu bleiben.

    Mit dieser Entscheidung ist die Familie alles andere als glücklich. Die Uroma ist 82. "Man weiß nicht, was die Zukunft bringt, wie viel Zeit die Kinder noch mit ihr verbringen können", sagt Niedzwiedzki. Gleichzeitig findet sie es auch unfair, schließlich seien es die direkten Verwandten ihres Mannes und ihrer Kinder. "Wenn man Verwandtschaft in Hamburg besucht, hat man die Vorschriften nicht", sagt sie. Dabei sollte es doch egal sein, ob die Oma in Hamburg oder in Polen wohne, findet Niedzwiedzki.

    Wegen Corona: Das erste Weihnachten ohne italienische Familie

    Auch Grazia Bosco-Brameyer kann nicht zu ihrer Familie. Die 53-jährige Sizilianerin lebt seit über 20 Jahren in Deutschland. Aber Weihnachten bedeutete immer Zeit mit der Familie aus Italien, mal kamen ihre Schwestern nach Kissing, mal besuchten die Bosco-Brameyers Italien. Für ihre 20-jährige Tochter wird es das erste Jahr ohne italienische Familie.

    Bosco-Brameyer will ihre Mutter nicht besuchen, schließlich wäre Corona für die alte Dame eine Gefahr. Allerdings vermisst sie sie, hat sie seit vergangenem Weihnachten nicht mehr gesehen. Videoanrufe funktionieren nur schlecht und ihre demente Mutter versteht nicht, wieso die Tochter nicht zu Besuch kommt. "Ich habe das Haus im Advent gar nicht dekoriert", sagt Bosco-Brameyer. "Ich habe das Gefühl, dass Weihnachten dieses Jahr nicht kommt."

    Die Tochter von Milagros Neyra de Krämer wächst während einiger Monate im Jahr mit Neyras Großcousine (hinten) aus Peru auf. Das Foto zeigt die drei an Weihnachten 2016.
    Die Tochter von Milagros Neyra de Krämer wächst während einiger Monate im Jahr mit Neyras Großcousine (hinten) aus Peru auf. Das Foto zeigt die drei an Weihnachten 2016. Foto: Krämer

    Milagros Neyra de Krämer fliegt schon seit Jahren nicht mehr über Weihnachten nach Peru. Die Schulferien ihrer 11-jährigen Tochter sind zu kurz, als dass sich so eine lange Reise lohnen würde. Allerdings kommen jedes Jahr Großcousins aus Peru und feiern Weihnachten in Friedberg. Für sie sind in der Zeit Sommerferien, sie bleiben über Monate. Ihre Tochter wächst dadurch näher an der peruanischen Kultur und der spanischen Sprache auf, findet Neyra de Krämer. Die Stimmung im Haus sei in der Zeit anders. Wegen der Corona-Regeln kann dieses Jahr niemand aus Peru anreisen. "Wir sind alle traurig, aber für sie als Kind ist es besonders schwer", sagt die Peruanerin.

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