Aichach-Algertshausen Welches Thema, beziehungsweise welche Frage, darf auf einer Bürgerversammlung im Aichacher Stadtteil Algertshausen unmöglich fehlen? Richtig: Wann kommt endlich, endlich, endlich die Bahnunterführung? Nicht nur Bürgermeister Klaus Habermann wünscht sich, dass er dieses Thema bei der nächsten Versammlung im Grubethaus gar nicht mehr auftischen muss oder als „endgültig erledigt“ abhaken kann. Turnusgemäß finden alle zwei Jahre Bürgerversammlungen im Stadtteil statt. Und wenn die „unendliche Geschichte“ (Habermann) heuer wirklich in die Spartenverlegung mündet und nächstes Jahr die Bagger anrollen, dann könnte Habermann in zwei Jahren über eine Baustelle berichten. Seinem aktuellen Rück- und Ausblick zur Stadtpolitik folgten im Grubethaus (früher Naturfreundehaus) gerade mal 25 Zuhörer und davon waren 15 Mitglieder des Stadtrats (inclusive der Ortssprecher). Die zehn „Normalbürger“, für die die Versammlung ja eigentlich gedacht ist, hatten dafür aber jede Menge Fragen auf Lager.
Bahnübergang Die erste Wortmeldung war wie gesagt der Dauerbrenner Bahnschranke. Dort steht nicht nur Franz Achter jun., aber auch er ärgert sich mächtig: „Ich stehen da drei vier Mal am Tag und kriege so einen dicken Hals.“ Was unternehme die Stadt, damit es dort endlich losgehe. Habermann kann’s verstehen – auf der anderen Seite ist er der Prellbock: „Gut gebrüllt Löwe“, so seine Spontanantwort. Aber der Baubeginn liege einfach nicht in den Händen der Stadt. Er und seine Mitarbeiter hätten „Zeit, Energie und Herzblut“ in das Projekt investiert. Jahrelange Diskussionen mit der Bahn und Prozesse verzögerten den höhenfreien Bahnübergang. Und: „Es geht auch um eine Bausumme von sieben bis acht Millionen Euro“. Viele andere Kommunen hätten Wünsche für den Staatsstraßenbau. Auch wenn der Zeitplan jetzt steht, Habermann ist bei Realisierungsprognosen vorsichtig geworden. Aber nach Stand der Dinge geht es 2013 richtig los und bis Ende 2014 müsste die Bahnschranke Geschichte sein.
Hechtengraben Die geplante Freilegung des sogenannten „Hechtengrabens“ sorge zwar baurechtlich für großen Papierkrieg, so Reinhard Lill: „Der Graben selbst wird aber anscheinend vergessen.“ Der verrohrte Graben soll im Rahmen des Hochwasserschutzes offen gelegt werden, um bei Starkregen Überflutungen zu verhindern. Der Plan für die Renaturierung sei rechtskräftig, aber die Grundstücke in Privatbesitz, so Habermann. Es sei deshalb sehr schwierig, die Freilegung auch zu realisieren. Die von Lill angeregte bessere Pflege des Grabens, hat sich der Bürgermeister notiert.
Regenrückhaltebecken Ähnlich verhält es sich mit einem Regenrückhaltebecken zum Hochwasserschutz des Stadtteils. Eine Zeitschiene zur Umsetzung des Projekts gebe es nicht, so Habermann auf Nachfrage eines Bürgers.
Riesenhund Ein Hund, „so groß und schwer wie ein Kalb“, springt laut Franz Achter an der Kirchbergstraße an den Gartenzaun, wenn Passanten vorbeigehen: „Kann die Stadt da keinen höheren Zaun als Auflage machen?“ Der Bürgermeister will das von seinem Ordnungsamt prüfen lassen.
Straße zum Grubethaus Die Sperre der Straße vom Stadtteil zum Grubethaus für den Fahrzeugverkehr am Sonn- und Feiertagen werde überhaupt nicht eingehalten, kritisierte Achter. Fußgänger seien dort nicht sicher. Autos müssen dann auf der Straße zwischen Unterschneitbach und Hiesling zum Grubet fahren. Das müsse kontrolliert werden, pflichtete Habermann bei.
Unterflurydranten Die Magnusgruppe soll die Unterflurhydranten im Stadtteil spülen, regte ein Bürger an, damit sie im Notfall (Feuerwehreinsatz) auch funktionieren.
Rennen auf P+R-Platz Auf dem Parkplatz am Bahnhof finden besonders am Wochenende „Autorennen“ statt, beobachtet ein Algertshauser. Hindernisse, um das zu unterbinden, wie der Bürger vorschlug, seien aber nicht zulässig, so der Rathauschef: Da mache sich die Stadt bei Schäden regresspflichtig.
Feuerwerk Fast jedes Wochenende wird rund um Algertshausen ein Feuerwerk gezündet, ärgert sich Franz Achter. Genehmigungsbehörde ist das Landratsamt. Zumindest die Feuerwerke, die zuletzt bei Feiern am Grubethaus abgebrannt wurden, seien genehmigt gewesen, sagte Vereinschef Erich Hoffmann.
Einwohner Im Stadtteil Algertshausen wohnen derzeit 863 Bürger. Die Geschlechterverteilung ist nahezu pari – 431 sind weiblich, 432 männlich.