Pöttmes Ein verflixter Klebezettel sorgte für Verwirrung, die Pöttmeser Störche erkannten ihren Marktplatz nicht wieder und eine Gruppe von Hippies machte eine Zeitreise. Die Besucher der Prunksitzung der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes hatten am Sonntagabend viel zu lachen und lernten als Höhepunkt ein ganz besonderes Prinzenpaar kennen.
Zugegeben, wer nicht aus Pöttmes und Umgebung kommt, wird manche Pointen gar nicht verstehen. 90 Prozent der Sketche drehen sich um lokale Themen. Sehr zur Freude der 250 Besucher im ausverkauften Saal. Sie applaudieren den Störchen (Andrea Kruck und Marlies Hammerl), die den Pöttmeser Marktplatz wegen der vielen Baugruben gar nicht mehr wieder erkennen. „Bis die auf dem Marktplatz mit den Pflasterarbeiten fertig sind, fällt das neue Rathaus wieder ein“, prophezeit Georg Krammer in seinem Gstanzl. Auch bei der Frage, ob es ein Zwiebel- oder Harfebrunnen sein soll, vertritt der 13-Jährige eine klare Meinung. Der mit der Zwiebel muss bleiben. Am Ende gibt es deshalb für Bürgermeister Franz Schindele den Zwiebelorden. Damit ihm auch mal die Tränen kommen...
Fast jeder bekommt auf der Prunksitzung sein Fett weg. Lieblingsthema ist aber eindeutig Pfarrer Thomas Rein, der auch Schirmherr der Veranstaltung ist. Weil er den Pinsel immer so tief ins Weihwasser tauche, würden in der ersten Reihe der Kirche fast keine Leute sitzen, verrät der Gstanzlsänger. Reins Predigten seien auf jeden Fall keine Plagiate. „So lange wie die dauern, würde ihm das keiner schreiben.“ Ob der Pfarrer wohl einen Schuhlöffel brauche, um in sein neues Auto zu kommen, rätselt eine Nonne (Fanny Mühlpointner).
Zu einer Demo bricht eine Gruppe Hippies (Gruppe Regenbogen) auf, nachdem ihr Anführer eine Vision über den Pfarrer hatte. Er habe ihn in einer leuchtenden Aura als Bischof gesehen, erzählt er, woraufhin die jointgeschwängerte Gruppe sofort eine Aktion startet, um den Pfarrer in der Gemeinde zu halten.
Alles „wahre Begebenheiten“
„Bitte am Sonntag Pfarrer auf den Altar legen“, steht auf einem gelben Klebezettel, der für einige Verwirrung sorgt. Keine Mühe scheuen Gabi Mühlstein und Maria Eitelhuber, um einen Weg zu finden, wie sie den Pfarrer auf den Altar hieven können. „Die Themen beruhen alle auf wahren Begebenheiten“, versichert Moderator Josef Koppold.
Seit Anfang Januar bastelt er am Programm der Prunksitzung. Einer Tradition, die der frühere Pfarrer Gottfried Settele in den 80er-Jahren einführte, die dann aber wieder einschlief. Eine kleinere Variante davon, die 2008 als Unterhaltung auf einem Altennachmittag gedacht war, kam so gut an, dass im folgenden Jahr das Faschingskomitee der Pfarreiengemeinschaft die Prunksitzung einführte, die im Wechsel mit dem Faschingsumzug stattfindet.
„Bemes hellau“ ist der Schlachtruf, der den Saal beben lässt. Singende Mülltonnen treten auf, Volksmusiker Marc Pirchner (Alois Helfer) singt von seinen sieben Sünden und als Überraschungsgäste kommen die Majestäten Prinz Peter I. (Thomas Rein) und Paula die Letzte (Fanny Mühlpointner). Pater Anoob aus Indien, der auch mitspielt, habe für diesen Sketch eigens einen Bayerischkurs gemacht, verrät der Moderator. Das Majestätspaar zieht noch einmal kräftig vom Leder, bevor es Orden verteilt. Einen erhält „Stuntman“ Matthias Gogl, sonst ein unentbehrlicher Helfer im Fasching, der dieses Jahr wegen eines Unfalls passen muss.
Prunksitzung Weitere Sitzungen sind am Freitag und Sonntag, 4. und 6. März, im Saal des Ochsnwirts. Beginn jeweils um 19 Uhr. Restkarten gibt es im Pfarrbüro.