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Gessertshausen/Pöttmes-Wiesenbach: Auf Zeitreise durch die eigene Entwicklung

Gessertshausen/Pöttmes-Wiesenbach

Auf Zeitreise durch die eigene Entwicklung

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    Textilkünstlerin Andrea Dresely (im Bild links) stellt - hier mit Laudatorin Gertrud Roth-Bojadzhiev - in der Schwäbischen Galerie Oberschönenfeld mehr als 60 Werke der letzten drei Jahrzehnte aus. Im Hintergrund hängt eine weiße Kasel aus dem Augsburger Domornat. Fotos: Marcus Merk
    Textilkünstlerin Andrea Dresely (im Bild links) stellt - hier mit Laudatorin Gertrud Roth-Bojadzhiev - in der Schwäbischen Galerie Oberschönenfeld mehr als 60 Werke der letzten drei Jahrzehnte aus. Im Hintergrund hängt eine weiße Kasel aus dem Augsburger Domornat. Fotos: Marcus Merk

    Gessertshausen/Pöttmes-Wiesenbach. Feine seidene Messgewänder, noch nie gezeigte Entwürfe, aber auch schwere, von Farbe nur so strotzende Wandteppiche - das Potpourri ist vielschichtig, das die Textilkünstlerin Andrea Dresely aus dem Pöttmeser Ortsteil Wiesenbach in 30 Jahren geschaffen hat. Eine Auswahl dieser Werke zeigt die Sonderausstellung "Andrea Dresely - 30 Jahre textile Kunst" in der Schwäbischen Galerie im Volkskundemuseum Oberschönenfeld.

    "Für mich ist diese Kunstform wie ein Prozess des Ein- und Ausatmens", erklärt Dresely ihre Passion. Von der peniblen Planung ("das Einatmen"), die viel Geduld, Energie und Kreativität abverlangt, bis zur handwerklichen Ausführung ("das Ausatmen"), die dann wieder zur Entspannung von Geist und Körper führt, steht alles in der Gesamtverantwortung der studierten Architektin. Diese Arbeitsweise liege in ihrem Naturell, denn "ein Architekt obliegt vielen Zwängen, er ist meist nur Planer, mit der Ausführung seines Werkes hat er jedoch nichts mehr zu tun", sagt Dresely.

    Genau diesen Arbeitsweg will die Kunsthistorikerin Dr. Mechthild Müller-Hennig den Ausstellungsbesuchern näher bringen: "Es ist uns wichtig, nicht nur die fertigen Wandteppiche oder Gewänder zu präsentieren. Besonders den Skizzen und Entwürfen haben wir Platz eingeräumt, damit die Besucher eine Vorstellung davon bekommen, welche Schritte überhaupt notwendig sind, um am Ende ein Kunstwerk zu schaffen."

    Dass für Andrea Dresely ihre Arbeit an den textilen Werken die Leidenschaft ihres Lebens bedeutet, vermittelte die Kunsthistorikerin Dr. Gertrud Roth-Bojadzhiev mit feinsinnigem Wortspiel. Sie beleuchtete das Spannungsfeld der Freiheit liebenden Künstlerin mit der Notwendigkeit, auf die Wünsche von Auftraggebern wie der Kirchen einzugehen: "Andrea Dresely hat sich beidem gestellt, der autonomen Bilderfindung als Selbstausdruck und der dienenden Erfüllung eines Auftrags."

    Auch die Museumsleiterin Dr. Beate Spiegel betonte das Anliegen des Museums, der angewandten Kunst, wie sie Dresely über Jahrzehnte geschaffen hat, ein Forum zu geben: "Mit über 60 Arbeiten gewährt uns die bekannte Textilkünstlerin aus Pöttmes einen Überblick über ihr Schaffen." Sie alle seien sinnbildlich für ihren Ideenreichtum. "Dabei geht es in der Retrospektive zum einen um Andrea Dreselys eigene künstlerische Entwicklung, zum anderen um einen Werdegang eines Werkes." Es soll auch das breite Spektrum ihrer Arbeiten vor Augen geführt werden. "Diese Kunst ist ein Teil meines Lebens", sagte Dresely, "solange ich arbeiten kann, werde ich das tun."

    Die Ausstellung kann noch bis 20. Februar 2011 besucht werden.

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