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Infoveranstaltung: Aktionen gegen die Osttangente

Infoveranstaltung

Aktionen gegen die Osttangente

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    Mit Sprayfarbe haben Mitglieder der Interessensgemeinschaft auf einigen Straßen im Süden von Königsbrunn die vorgesehene Trasse der vierspurigen Augsburger Ostumfahrung markiert.
    Mit Sprayfarbe haben Mitglieder der Interessensgemeinschaft auf einigen Straßen im Süden von Königsbrunn die vorgesehene Trasse der vierspurigen Augsburger Ostumfahrung markiert. Foto: Andreas Niess

    Das Aktionsbündnis „Keine Osttangente“ holt zum Schlag aus. Am morgigen Dienstag, 9. Juni, treffen sich die Gegner der möglichen vierspurigen „Autobahn“ zwischen der Autobahnanschlussstelle Friedberg und der B17 bei Oberottmarshausen um 20 Uhr im Meringer Papst-Johannes-Haus. Die Informationsveranstaltung dient einerseits dem gegenseitigen Kennenlernen, denn im Aktionsbündnis sind vereint: Bündnis90/Die Grünen, ÖDP, Die Unabhängigen, Bund Naturschutz, AG Lechleite, Lech-Allianz und Bika, die Bürgerinitiative „Keine Autobahn in Königsbrunn“.

    Unter Umständen könnten Kommunen wie Merching und Schmiechen dazukommen, wenn die Ullrich-Variante weiter forciert wird. Merchings Rathauschef Martin Walch wird dazu bald seinen Gemeinderat befragen. „Ich gönne meinem Kollegen Wolf seine Ortsumfahrung, keine Frage. Aber wo bei uns eine solche Trasse Platz haben soll, ist mir schleierhaft.“

    Wolfhard von Thienen hat sich als Vorsitzender des Bündnisses zur Verfügung gestellt; der in der Marktgemeinde wohnende Biologe ist auch als Vorsitzender des Vereins „kinder- und jugendfreundliches Mering“ bekannt. Er und Mitstreiter wie Rudolf Kaiserswerth haben eine Reihe an Argumenten gesammelt und im Internet veröffentlicht (www.keine-osttangente.de).

    Den Flächenverbrauch eines solchen Neubaus etwa: Das Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien hat abgeschätzt, wie groß dieser wäre. Zur befestigten Fläche (70 Hektar/100 Fußballfelder) kommen Zusatzbauten wie Böschungen, Anschlussstellen und Flächen für den Lärmschutz sowie die sogenannte Einwirkungsbreite, die erfahrungsgemäß 50 bis 80 Meter beträgt. Das Institut erklärt das so: „Inanspruchnahme von Fläche bezieht sich nicht nur auf das Verkehrsbauwerk selbst, sondern auch auf die Flächen, die in ihrer Nutzung durch die Verkehrsanlage und durch den Verkehrsablauf beeinträchtigt sind.“ Damit würde der Flächenverbrauch auf rund 500 Hektar steigen, was 714 Fußballfeldern entspricht. Das entspricht in etwa der Existenzgrundlage von sechs Landwirten. Kissings Gemeinderat Josef Asam sagt vor nicht allzu langer Zeit im Gremium: „Allein wir verlieren rund ein Drittel unserer Flächen, die zum Hof gehören.“

    Von Thienen räumt aber auch auf mit Vorstellungen aus Ried, die Augsburger Osttangente würde diese Kommune verkehrstechnisch entlasten. Das Gegenteil sei der Fall, sagt der Meringer. „Das Staatliche Bauamt hat zugegeben, dass wir Verkehr in unsere Region reinziehen werden. Der Neubau soll ja der Entlastung der Stadt Augsburg dienen. Damit entsteht aber auch mehr Verkehr auf den Schleichwegen.“ Und die Strecke nach Odelzhausen bleibt einfach viel kürzer über die Rieder Landstraße als über die Autobahn. Und auch einen kleinen Seitenhieb Richtung Kissing kann sich von Thienen nicht verkneifen: „Warum soll eine ganze Region in Haftung genommen werden für städteplanerische Fehler, die in Kissing begangen wurden?“, fragt er. Dass die Wohnbebauung so nah an die längst vorher bestehende Bundesstraße heranwuchs, oder dass nicht in den letzten Jahren schon Lärmschutzmaßnahmen verwirklicht wurden, kann der Meringer nicht verstehen. Die Ortsumfahrung biete das schließlich auch.

    Günther Groß von der Lech-Allianz wird am Dienstag einige Minuten sprechen, ebenso Stefan Kreppold. Hauptredner am Dienstag wird Richard Mergner sein, der Landesbeauftragte des Bund Naturschutz und Leiter des Verkehrsarbeitskreises. „Straßen säen, Verkehr ernten“ ist sein Thema. Der Hauptteil des Abends aber soll Fragen und Diskussionsbeiträgen zur Verfügung stehen. „Wir wollen selber mitkriegen, wie die Stimmungslage wirklich ist“, so von Thienen.

    Das Ziel des Bündnisses ist, zu verhindern, dass die Osttangente in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wird. „Ich denke, da haben wir jetzt eine große Chance. Denn so, wie es aussieht, gibt es viele Bürger, die so eine weitere Autobahn nicht wollen.“ Am 20. Juni ist eine Radl-Sternfahrt geplant zur Abschlusskundgebung am Weitmannsee.

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