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Kinderhaus: In drei bis fünf Jahren ist Ernte

Kinderhaus

In drei bis fünf Jahren ist Ernte

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    Gemeinsam mit (von links) Dekan Stefan Gast, Bürgermeister Karl Metzger und Kreisvorsitzendem Rupert Reitberger (rechts) sowie Kinderhausleiterin Sonja Krucker-Seitz (Zweite von rechts) pflanzte Gartenbauvereinsvorsitzende Andrea Schmidberger den Korbiniansapfelbaum und stellte die Gedenktafel auf.
    Gemeinsam mit (von links) Dekan Stefan Gast, Bürgermeister Karl Metzger und Kreisvorsitzendem Rupert Reitberger (rechts) sowie Kinderhausleiterin Sonja Krucker-Seitz (Zweite von rechts) pflanzte Gartenbauvereinsvorsitzende Andrea Schmidberger den Korbiniansapfelbaum und stellte die Gedenktafel auf. Foto: Claudia Mokosch

    Inchenhofen Mit einer landesweiten Pflanzaktion von Korbiniansäpfeln erinnerte der bayerische Landesverband für Gartenbau und Landespflege im Herbst 2010 an das Leben und Wirken des Pomologen Pfarrer Korbinian Aigner, dessen Leidenschaft vor allem Apfelbäume waren. Dabei bekam der Blumen- und Gartenbauverein Inchenhofen als dritter Verein im Landkreis einen Baum. Der Vorstand beschloss, den Baum im Garten des Kinderhauses zu pflanzen.

    Wegen der Baumaßnahmen im vergangenen Jahr konnte er jedoch erst vor ein paar Tagen seinen neuen Platz einnehmen. Gemeinsam mit Dekan Stefan Gast, Bürgermeister Karl Metzger und Kreisvorsitzendem Rupert Reitberger pflanzte die Vorsitzende des Gartenbauvereins, Andrea Schmidberger, den Korbiniansapfelbaum und stellte die dazugehörende Gedenktafel auf.

    Die ersten Edelreiser des Korbiniansapfels stammten von einem Baum, der vor dem Gasthaus Hörger in Hohenbercha steht. Hohenbercha, wenige Kilometer von Freising entfernt, war lange Aigners Pfarrstelle. 1908 gründete er den Hohenpoldinger Obstbauverein.

    Im Konzentrationslager heimlich Apfelkerne gesät

    Die Züchtung selbst entstand 1944 im Konzentrationslager Dachau aus einer Sämlingsauslese. Pfarrer Korbinian Aigner, der wegen politischer Äußerungen ins Konzentrationslager (KZ) Dachau gebracht worden war, säte heimlich mehrere Apfelkerne zwischen zwei Baracken aus und pflegte die Pflänzchen. Als ihm bei der Verlegung der Insassen die Flucht gelang, hatte er mehrere Pflänzchen bei sich. Diese Sämlinge zog er dann in seinen Garten heran. Die von ihm KZ-3 genannte Sorte wurde im Jahr 1985 zum 100. Geburtstag Aigners Korbiniansapfel getauft. Es ist ein goldgelber, kräftig rot gestreifter, mittelgroßer und saftiger Apfel, der sein volles Aroma erst durch die Einlagerung im Winter entfaltet.

    Zeitlebens hegte Aigner seine Leidenschaft für den Obstbau und wirkte nach dem Zweiten Weltkrieg als Wiedergründer und Vorsitzender des Landesverbandes. Als Aigner 1966 im Alter von 81 Jahren starb, legte man ihm ähnlich wie in dem Gedicht von Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland einen Apfel mit ins Grab. Etwa 250 Apfelbäume fanden durch diese Aktion in Bayern einen neuen Platz. Der Landesverband ist seinem Ziel, Bayern grüner und blühender zu machen, einen Schritt näher gekommen. Und auch die Inchenhofener Kinder der nächsten Jahre und Jahrzehnte werden noch ihren süßen Nutzen durch den Korbiniansapfel haben. (mok)

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