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Kommentar: Stadtplatz: Busse werden gegen Autos ausgespielt

Kommentar

Stadtplatz: Busse werden gegen Autos ausgespielt

Claudia Bammer
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    So leer ist der Aichacher Stadtplatz tagsüber selten. Das Bild entstand während des ersten Corona-Lockdowns im Frühling 2020. Eine zeitweise Sperrung des Oberen Stadtplatzes für den Verkehr ist vorerst vertagt.
    So leer ist der Aichacher Stadtplatz tagsüber selten. Das Bild entstand während des ersten Corona-Lockdowns im Frühling 2020. Eine zeitweise Sperrung des Oberen Stadtplatzes für den Verkehr ist vorerst vertagt. Foto: Erich Echter (Archivfoto)

    Der Aichacher Stadtplatz ohne Autos: Das wollte die Aichacher SPD testen. Das ist wieder etwas in die Ferne gerückt. Im Bauausschuss wollte eine Mehrheit lieber erst die Busse aus dem historischen Stadtkern verbannen, bevor an einem Konzept weitergearbeitet wird. Das eine hätte das andere aber nicht ausschließen müssen.

    Die Idee eines autofreien Stadtplatzes ist nicht neu. Sie wurde immer wieder diskutiert und 2007 auch schon mal von der Senioren-Union der Aichacher CSU ins Spiel gebracht. Der aktuelle SPD-Vorschlag war noch dazu mehr als vorsichtig: Einen halbjährigen Probebetrieb, von Samstag, 14 Uhr, bis Sonntag um Mitternacht und beschränkt auf den Oberen Stadtplatz zwischen Oberem Tor und Rathaus, wollte sie wagen. Wegen der Corona-Pandemie sollte er statt heuer erst ab April 2022 stattfinden. Bis Herbst sollte eine Arbeitsgruppe ein Konzept erarbeiten, das offenen Fragen klären sollte. Zum Beispiel, wie die Anwohner auf ihre Grundstücke kommen, wie für Belebung gesorgt werden könnte oder wie verhindert werden kann, dass Gastronomen Einbußen haben, wenn die Gäste nicht direkt vor der Tür parken können. Erst dann sollte der Stadtrat über den Probebetrieb entscheiden.

    Tod der Innenstadt oder Platz für Begegnungen?

    Das war der Mehrheit im Bauausschuss offenbar schon zu viel. Kontrovers diskutieren auch unsere Leser im Internet. Die einen befürchten den Tod der Innenstadt und würden am Sonntag die Oldtimer und Motorräder vor den Cafés vermissen, die anderen würden sich über eine abgasfreie Außengastronomie und mehr Platz für Begegnungen freuen. Der vorgeschlagene Probebetrieb hat Nachteile: Wer seine Außengastronomie ausweiten wollte, müsste wöchentlich Tische und Stühle hin- und herräumen. Die Zufahrt wäre jedes Mal zu sperren. Der Einzelhandel ist in der Zeit in der Regel geschlossen, ein Einkaufsbummel also nicht möglich. Gestalterische Akzente wären erst bei einer dauerhaften Sperrung sinnvoll. Aber wie wäre die Diskussion wohl, wenn es um eine komplette Sperrung ginge?

    Jetzt geht es erst einmal um die Busse. Wenn das gelingt, kommt das Thema wieder. Dann wird es schwer zu begründen, warum jemand, der umweltfreundlich mit dem Bus fährt, das kurze Stück von der Martinstraße zum Stadtplatz laufen kann, ein Autofahrer aber nicht.

    Lesen Sie dazu auch unseren Bericht: Der autofreie Stadtplatz in Aichach ist vorerst vertagt

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