Ein neues Wasserwerk will der Wasserzweckverband Magnusgruppe im Aichacher Ortsteil Oberbernbach bauen (wir berichteten). Die Bauvoranfrage für das Projekt lag nun im Bauausschuss des Aichacher Stadtrats vor. Die Ausschussmitglieder hatten keinerlei Einwände gegen das Vorhaben.
Wie mehrfach berichtet, braucht der Wasserversorger einen Ersatz für das in die Jahre gekommene Wasserwerk an der Ziegeleistraße in Oberbernbach. Das Konzept sieht vor, dass um das bestehende Wasserwerk herum vier neue Gebäude entstehen. Das bestehende Wasserwerk könnte auf diese Weise so lange betrieben werden, bis der Ersatzbau in Betrieb geht. Nach dem Abbruch des Bestandsgebäudes entstünde an dessen Stelle der Betriebshof des Wasserwerks.
Das Neubau-Projekt umfasst vier Gebäude
- Bauteil 1 wäre das zweistöckige Verwaltungs- und Werkstattgebäude mit Werkstätten und Garagen für Dienstfahrzeuge im Erdgeschoss sowie Verwaltungs-, Personal- und Archivräumen im ersten Stock.
- Bauteil 2 wäre das eigentliche Wasserwerk mit Wasseraufbereitung, Filter, Enteisenungsanlage und Klärbecken zur Reinigung des Rückspülwassers.
- Bauteil 3 umfasst Garagen und Lagerflächen für Betriebsgeräte.
- Bauteil 4 beinhaltet Schüttboxen und ein Schrottlager für verschiedene Aushubfraktionen und Schrottabfall.
- Zur Ziegeleistraße hin sollen 34 Stellplätze für Personal und Besucher entstehen.
Wie der Verbandsvorsitzende Rupert Reitberger bereits im März bei einer Versammlung der Magnusgruppe berichtet hat, könnte es bei dem Projekt ein baurechtliches Problem geben, weil das Grundstück im Außenbereich liegt (wir berichteten: Magnusgruppe will 2020 neues Wasserwerk bauen )
Gebäude zur Wasserversorgung gelten zwar als privilegiert und damit zulässig. Im engeren Sinne gilt das für Bauteil 2 mit dem eigentlichen Wasserwerk. Ist das Landratsamt als Genehmigungsbehörde der Meinung, die drei weiteren Gebäude seien nicht privilegiert, dann müsste für das Vorhaben ein Bebauungsplan aufgestellt werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen würde.
Bauausschuss hält Bebauungsplan für nicht notwendig
Im Bauausschuss war die Meinung dazu klar: Die vier Gebäude seien als Einheit zu sehen, sagte Georg Robert Jung (Freie Wählergemeinschaft). Hier einen Bebauungsplan zu fordern, „wäre mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sagte er. „Ich sehe überhaupt kein Problem.“ Die Planung sei die richtige Lösung für die Magnusgruppe. Der Meinung waren auch Bürgermeister Klaus Habermann und die übrigen Ausschussmitglieder: Der Bauausschuss erteilte der Bauvoranfrage einstimmig sein Einvernehmen.
Magnusgruppe hofft auf Genehmigung in diesem Jahr
Wie Zweckverbandsvorsitzender Rupert Reitberger, der die Bauausschusssitzung als Zuhörer verfolgte, am Rande der Sitzung sagte, hofft die Magnusgruppe auf eine Genehmigung noch im Laufe des Jahres, um möglichst noch in diesem Jahr die Arbeiten ausschreiben zu können. Baubeginn soll nächstes Jahr sein.
Eine genaue Kostenschätzung gibt es derzeit noch nicht. Reitberger rechnet angesichts der gestiegenen Baukosten grob mit Kosten von fünf bis sechs Millionen Euro.