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Podiumsdiskussion: Wohin mit den Windrädern?

Podiumsdiskussion

Wohin mit den Windrädern?

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    Im Saal des Pöttmeser Gasthauses Ochsnwirt wurde es am Freitagabend voll. Über 150 Zuhörer kamen zur Podiumsdiskussion über die Windkraft – nicht nur aus der Marktgemeinde Pöttmes, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden. Manche im Publikum waren sogar aus dem Landkreissüden gekommen.
    Im Saal des Pöttmeser Gasthauses Ochsnwirt wurde es am Freitagabend voll. Über 150 Zuhörer kamen zur Podiumsdiskussion über die Windkraft – nicht nur aus der Marktgemeinde Pöttmes, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden. Manche im Publikum waren sogar aus dem Landkreissüden gekommen. Foto: Fotos: Simüller

    Pöttmes Die Windkraft sorgt weiter für Diskussionsstoff – nicht nur im Pöttmeser Ortsteil Ebenried, an dessen Rand die Firma Ostwind zwei Windräder bauen möchte. Über 150 Zuhörer, darunter Windkraftbefürworter und -gegner aus dem ganzen Landkreis, verfolgten am Freitag im Pöttmeser Gasthaus Ochsnwirt die Diskussion zum Thema Windkraft. Nach den Stellungnahmen der vier Referenten (siehe eigene Artikel) waren die Zuhörer an der Reihe. Obwohl kontrovers diskutiert wurde, blieb die Debatte sachlich. Annemarie Ruf vom Bayerischen Rundfunk moderierte.

    Viele Zuhörer hatten technische Fragen, so etwa nach dem Schattenwurf. Sachverständiger Stephan Glocker sagte, wenn Windräder die Lärmrichtwerte einhielten, sei der Abstand so groß, dass der Schattenwurf keine große Rolle mehr spiele. Abschaltmechanismen könnten die Anlagen so lange am Tag still stellen, wie die Sonne ungünstig stehe.

    Richard Brandner, zweiter Bürgermeister Petersdorfs, wollte mehr zu Mindestabständen wissen. Martin Wölzmüller, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, sagte: Sei der Abstand zur Wohnbebauung über drei Mal so hoch wie die Anlage, werde diese meist genehmigt. Wölzmüller: „600 Meter werden normalerweise genehmigt, 1200 sind Wunschtraum.“

    Diesen Mindestabstand hatten zuvor Thomas Huber, dritter Pöttmeser Bürgermeister, und Marktgemeinderat Helmut Schenke (beide Bürgerblock) gefordert. Wölzmüller dazu: „Die 1200 Meter hat die Gemeinde nur in der Hand, wenn sie bauleitplanerisch tätig wird.“

    Regionalplan ist veraltet

    Hintergrund sind die Vorgaben im Regionalplan, der unter Fachleuten als überholt gilt. In ihm sind Vorrang-, Ausschluss- und weiße Flächen für Windkraft festgelegt. Letztere bedeuten, dass hier Windkraft weder bevorzugt noch ausgeschlossen ist, so etwa im Ebenrieder Forst. Nach Ansicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) sind auch Windräder auf weißen Flächen privilegiert. Gegen dieses Urteil wurde Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Rückmeldung: Entscheidung im Prinzip richtig, Begründung nicht ausreichend. Macht der VGH die Begründung wasserdicht, gilt die Privilegierung auch für weiße Flächen.

    Das heißt: Investoren bräuchten keine Genehmigung der Gemeinde mehr, um Windräder dorthin zu stellen. Dem könnte die Gemeinde nur entgegen wirken, indem sie im Flächennutzungsplan Vorrangflächen ausweist. Ein heikles Thema, da sie so den Schwarzen Peter hat.

    Deutlich war daher die Kritik fast aller Referenten und von Bürgermeister Franz Schindele an der Landesregierung und am Planungsverband. Diese ließen die Gemeinden alleine, so der Tenor. Thomas Frey vom Bund Naturschutz riet dazu, mit allen Interessengruppen vor Ort einen Plan aufzustellen, der Arten-, Klima-, Landschaftsschutz und energetische Ziele vereine. „Wenn Sie nur abfragen, wer Windräder haben will, werden Sie die energetischen Ziele nicht voranbringen.“

    Windräder mit guter Ökobilanz

    Die Frage der zweiten Bürgermeisterin, Sissi Veit-Wiedemann (CSU), nach der Ökobilanz von Windrädern, beantwortete Ingenieur Glocker: „Sie haben sich nach wenigen Monaten energetisch amortisiert.“ Ganz anders als Biogasanlagen.

    Nachfragen von Mike Stotko nach Störfällen sorgten bei Raimund Kamm aus Augsburg, der sich gegen Atomkraft engagiert und unter den Zuhörern war, für Kopfschütteln. Ein Störfall im Atomkraftwerk Gundremmingen habe viel verheerendere Folgen, so Kamm. Zudem gehe die Heimat, die hier geschützt werde, dort verloren, wo das Uran für die AKWs abgebaut werde. Unter Applaus sagte er: „Wir müssen die viele Energie, die wir verbrauchen, selber erzeugen.“

    Die Rechnung, wonach die Gemeinde Pöttmes laut Stromversorger Eon 2009 fast zwei Drittel der Strommenge selbst erzeugte, die sie verbrauchte, nannte Frey vom BN falsch: „Wo wurde Ihr Auto produziert? Wie viel Energie ist in Ihren Hausbau geflossen? Schauen Sie die Gesamtbilanz an!“ "ANsichtssache Seite 1

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