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Tornado: Tag zwei nach dem Tornado: Schweres Gerät und viele helfende Hände

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Tag zwei nach dem Tornado: Schweres Gerät und viele helfende Hände

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    Aufräumen und Wegräumen mit vereinten Kräften und mit Muskelkraft. Nicht überall kann schweres Gerät eingesetzt werden. Da zählt Handarbeit.
    Aufräumen und Wegräumen mit vereinten Kräften und mit Muskelkraft. Nicht überall kann schweres Gerät eingesetzt werden. Da zählt Handarbeit. Foto: Ulrich Wagner

    Das Dröhnen der Motorsägen ist der beste Beweis: In Affing wird einen Tag nach dem Tornado überall fieberhaft gearbeitet. Das ganze Dorf scheint zu brummen. Ein Lkw nach dem anderen wälzt sich durch die Straßen, überall wird gesägt, gekehrt und sortiert. Was hier in den vergangenen Stunden geleistet wurde, ist unübersehbar. Erstaunlich viel Schutt ist schon aufgeräumt. Das Wichtigste für die Anwohner: Bis zum nächtlichen Regen waren die meisten Dächer mit Planen oder Dachplatten abgedeckt. Die befürchteten Wasserschäden bleiben aus. Darüber ist auch ein Anwohner in der Gebenhofener Straße froh. Als er an diesem trüben Morgen in seinem Garten steht, hält er in jeder Hand zusammengesammelte Reste von Steinen und Schutt. „Der Dachdecker ist jetzt da“, sagt er.

    Fast sieht es so aus, als würde er vor Erleichterung lächeln. Da muss er auch schon einen Schritt zur Seite gehen, denn vom Straßenrand nähert sich das eindringliche Piepsen eines Lastwagens. Im Rückwärtsgang wird ein Container für Schutt in seinen Garten rangiert. Auf der anderen Seite des Hauses geht es nicht weniger betriebsam zu.

    Nach dem Tornado begann der Wettlauf gegen die Zeit

    Hier sind Arbeiter der Augsburger Firma Stöffelmeir damit beschäftigt, das Dach zu reparieren. Sie waren gestern schon hier, wie einer von ihnen erzählt. „Nachts um 12 Uhr kam der Anruf vom Chef.“ Am nächsten Morgen um 7 Uhr machten sie sich dann an die Arbeit. Sie sind nicht die Einzigen, die an diesem Vormittag auf den Dächern von Affing beschäftigt sind. Da oben wird es in den nächsten Tagen und Wochen auch noch einiges zu tun geben. Kaum ein Haus entlang der Gebenhofener Straße ist bei dem Unwetter von Schäden verschont geblieben. Überall decken Planen die Löcher in den Dächern ab.

    Zum Glück, denn nach dem Tornado hatte am Donnerstagmorgen ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen: Es galt, die Dächer bis zum Regen am Abend abzudecken. Die Affinger haben diesen Wettlauf gewonnen. „Da waren ja so viele Helfer“, berichtet eine Frau am Ortsrand von Affing. Wie viele es genau waren, kann am zweiten Tag nach der Katastrophe keiner genau sagen. Von etlichen Hundert ist bei einer Pressekonferenz die Rede.

    Helfer sind auch heute wieder da. Seit den Morgenstunden packen zwei junge Burschen von der Feuerwehr Soden bei Aschaffenburg mit an. Im Moment kehren sie die Ortseinfahrt von Gebenhofen. „Wir haben schon ein Dach gedeckt und eins abgedeckt“, berichtet einer der Burschen. Spontan hätten sich die beiden entschieden, im Tornado-Gebiet zu helfen. Der Gebenhofener, dem sie damit Gutes getan haben, habe ihnen eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten.

    Die Menschen sind bei Verwandten untergekommen

    Auch die Menschen, die ihr Haus bei dem Tornado verloren haben, sind bei Verwandten, Bekannten oder Nachbarn untergekommen. In der Sporthalle hat keiner mehr die Nacht verbracht. Die hier eingerichtete Anlaufstelle mit Verpflegung und Betreuung wird bereits am Freitagnachmittag wieder abgebaut. Das Kriseninterventionsteam hält sich aber weiter mit acht Kräften bereit. Erfahrungsgemäß werden diese Helfer erst verstärkt in Anspruch genommen, wenn die Arbeiten erledigt sind, heißt es bei der Pressekonferenz.

    Der amtierende Affinger Bürgermeister Markus Winklhofer lobt bei dieser Gelegenheit noch einmal die ungebrochene Motivation, mit der die Affinger und die vielen Helfer ans Werk gehen. „Ich habe keinen Masterplan“, sagt er. Dennoch gehen die Aufräumarbeiten sichtbar zügig voran. Der Schutt, den der Tornado gerade erst über Felder und Gärten geschleudert hatte, stapelt sich gut sortiert an den Wegesrändern oder ist schon zur Bauschuttdeponie abtransportiert worden. Die hat weiterhin geöffnet.

    Landrat Klaus Metzger sagt: „Da sind wir völlig unbürokratisch.“ Die Lage habe sich bis zum Donnerstagabend stabilisiert. Die Stromversorgung ist einem Mitarbeiter der Lechwerke zufolge auch wieder gesichert. Einzig in der Haydnstraße gebe es noch Probleme, sagt er am Freitagvormittag.

    Tornado in Affing: Schneise der Verwüstung ist größtenteils beseitigt

    Auch im Wohngebiet am Ortsausgang von Affing hat sich viel getan. Die Schneise der Verwüstung, die der Tornado hier hinterlassen hat, ist größtenteils beseitigt. Die Dächer der Häuser sind mit Planen abgedeckt, Fenster und Türen notdürftig abgedichtet. Nach und nach werden jetzt die zerstörten Autos abtransportiert. Vor der Siedlung besprechen sich einige Helfer und Anwohner. Einige von ihnen wollten ihre Häuser trotz großer Schäden nicht verlassen. So berichtet ein Mann, dass seine Tochter direkt unter dem mit Planen überdeckten Giebel eines Hauses übernachtet habe. Von dem einstigen Dach ist kaum noch etwas zu erkennen.

    Der Mann berichtet, dass während des Tornados ein Ziegel im Wohnzimmer dieses Hauses eingeschlagen habe und er erst in der Wand des Zimmers stecken geblieben sei. Auch er kann das Glück kaum fassen, dass niemand bei dem Tornado lebensgefährlich verletzt worden ist.

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