Affing 25 Jahre hat er in der Affinger Gemeindeverwaltung gearbeitet. Er war sozusagen deren Gesicht. Nun hat Verwaltungsleiter Markus Heidenreich die Kündigung eingereicht. Zum 1. Mai wird der 54-Jährige nach Rain am Lech wechseln, wo er das Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft leiten wird. Bürgermeister Markus Winklhofer und die ohnehin nicht vollzähligen Mitarbeiter der Verwaltung stellt das vor eine weitere Herausforderung.
Gemeindechef Winklhofer bedauert es ganz besonders, dass „sein“ erfahrener Verwaltungschef geht, doch er respektiere dessen Entscheidung. Darüber hatte ihn Heidenreich in der Woche nach den Weihnachtsferien informiert. Nichtöffentlich gab der Gemeinderat am 17. Januar dem Versetzungsgesuch statt, am vergangenen Freitag hatte Heidenreich seinen letzten Arbeitstag. Bis Ende April baut er noch Urlaub ab.
Winklhofer hebt seine gute Zusammenarbeit mit Heidenreich hervor. Der geschäftsleitende Beamte sei für ihn sehr wertvoll gewesen, als er den amtierenden Bürgermeister Rudi Fuchs zwischen August ’14 und September ’15 vertreten musste. Er habe ihn entlastet und „in dieser ereignisreichen Zeit für die Kontinuität des Verwaltungsbetriebes“ gesorgt. Auch insgesamt stellt Winklhofer Heidenreich ein gutes Zeugnis aus. Seine Leistung „verdient Dank und Anerkennung“.
Heidenreich hatte die Affinger Gemeindeverwaltung seit Mai 2002 geleitet, nachdem Rudi Fuchs zum Bürgermeister gewählt worden war. Zuvor war der gelernte Polizist, der umschulte, Kämmerer gewesen und hatte in verschiedenen Bereichen der Verwaltung gearbeitet. Heidenreich führt auf Anfrage „persönliche Gründe“ für seine Entscheidung an und will weiter „keinen Kommentar“ dazu abgeben. Er betont, er sehe der neuen Aufgabe und Herausforderung mit Freude entgegen. Auch Heidenreich stellt die gute Zusammenarbeit mit Bürgermeister Winklhofer heraus. In den Wochen, bis er die neue Stelle antritt, will er seine viele freie Zeit genießen und sich zum Beispiel auch um seinen Wald kümmern.
Als Verwaltungschef war Zeit für Heidenreich in den vergangenen Jahren eher Mangelware, wie auch das Vierteljahr Urlaub zeigt, das er nun vor sich hat. In Affing hatten sich ungewöhnliche Ereignisse gehäuft: die lange Krankheitszeit von Bürgermeister Rudi Fuchs und seine Versetzung in den Ruhestand, die somit nötige Neuwahl, der Bürgerentscheid zum Sporthallenbau in Bergen und vor allen Dingen der Tornado, der auf Verwaltungsebene eine Unmenge von Arbeit bedeutete. Um Heidenreich zu entlasten, übernahm in den vergangenen Monaten Monika Barl den Sitzungsdienst. Zudem beschloss der Gemeinderat, einen weiteren Mitarbeiter für das Bauamt einzustellen, bei dem Heidenreich ebenfalls mithalf. Der Neue im Bauamt kommt im März.
Der Bürgermeister spricht von einem Einschnitt für die Verwaltung. Sie sei aber, so versichert er, bemüht, dass die Geschäfte „bestmöglich weiterlaufen“. Winklhofer und die Mitarbeiter sind nun zusätzlich gefordert. Es bedeute Mehrarbeit für alle, man werde sich auf das Tagesgeschäft konzentrieren und Prioritäten setzen, kündigte Winklhofer an. Hinzu kommt, dass nicht nur Heidenreich ersetzt werden muss. Manuel Maier vom Ordnungsamt ist zum 31. Dezember nach Thierhaupten gewechselt. Seine Stelle wird ab 1. April besetzt. Ebenfalls gekündigt hat Simone Lechner von der Kasse. Um ihren Weggang zu kompensieren, hätten Mitarbeiter ihre Stunden vorübergehend aufgestockt, so Winklhofer. Lechners Stelle ist seit dem Wochenende ebenso ausgeschrieben wie die von Markus Heidenreich. Der Bürgermeister hofft, dass seine Stelle noch im ersten Halbjahr besetzt werden kann.