Es war ein ungewöhnliches Bild, das doch seltsam bekannt wirkte: Daniel Schulz, der amtierende Zweite Bürgermeister Obergriesbachs, nahm neben Stefan Asam, dem amtierenden Dritten Bürgermeister, an der Stirnseite des Sitzungssaals Platz. Neben ihnen saß Jürgen Hörmann, der Erste Bürgermeister Obergriesbachs: Er war zur Abschlusssitzung gekommen, um sich zu verabschieden. Die Tagesordnung sah die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte vor. Auch Hörmann sollte als Erster Bürgermeister verabschiedet werden.
Hörmann hatte sich im Januar 2024 eine Auszeit vom Rathaus genommen und war nicht wieder in den Chefsessel zurückgekehrt. Er hatte sich zu seinem „letzten Auftritt“, wie er sagte, einige Worte zurechtgelegt. „Manchmal schickt uns der Körper Signale, die man nicht ignorieren darf“, erklärte er. So sei es für ihn Anfang 2024 gewesen. Deswegen habe er sich zurückgezogen.
Jürgen Hörmann: Wahl von Schulz ist „der richtige Weg für Obergriesbach“
Beim Blick zurück empfinde er Dankbarkeit – für das erfolgreiche Schulz-Asam-Duo, das eingesprungen sei, ohne zu zögern. Das sicherte die Kontinuität für die Gemeinde. Alles ist „wunderbar weitergelaufen“. Auch die Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt des Bürgermeisters, die auf Schulz überging, sei dort „gut angelegt“, erklärte Hörmann. Er befindet sich formal noch im Krankenstand.
Zunächst hatte Hörmann nach eigener Aussage Sorge um Schulz – aufgrund der Mehrfachbelastung durch Arbeit, Familie und Gemeinde. Doch eine Überforderung sei nicht zu sehen gewesen. Schulz‘ Kandidatur sowie sein Wahlergebnis bei der Kommunalwahl im März 2026 hätten gezeigt, dass das „der richtige Weg für Obergriesbach ist“, so Hörmann. Seinem Vertreter, der ab Mai sein offizieller Nachfolger ist, sowie den neuen und wiedergewählten Gemeinderäten wünschte Hörmann „ein glückliches Händchen für unsere Heimat“. Er bedankte sich für das Vertrauen, das in ihn gesetzt worden war: „Es war mir wirklich eine Ehre, für Obergriesbach an erster Stelle zu stehen.“
Scheidender Bürgermeister Jürgen Hörmann wird mit Präsent verabschiedet
Verabschiedet wurde Jürgen Hörmann mit einem Präsent, einer Urkunde und einem Dankeschön für 18 Jahre im Gemeinderat sowie für seine Zeit als Erster und Dritter Bürgermeister. Auch Gemeinderat Lorenz Mahl, der 18 Jahre dem Gemeinderat angehört hatte, bedankte sich für die „interessante Zeit“. Er wünschte den alten und neuen Ratsmitgliedern alles Gute für die Zukunft. Gemeinderat Manfred Kern steigt nach zwölf Jahren aus: Er werde für seine „Fachexpertise in puncto Grünordnung“ vermisst werden, erklärte Schulz bei der Übergabe der Präsente.
Peter Liebl hört ebenfalls nach zwölf Jahren im Rat auf. Er werde aber auch künftig bei „technischen Belangen“ hinzugezogen, versprach Schulz bei der Geschenkübergabe. Der scheidende Gemeinderat freute sich darüber, „wenn’s Leute gibt, die weitermachen“. Im Gremium könne man viel lernen und in Obergriesbach sei letztlich nie jemand wirklich beleidigt. Mit einem freundschaftlichen „Du hast das drauf“ verabschiedete sich Liebl vom amtierenden Vize und vom baldigen Ersten Bürgermeister Obergriesbachs.
Baldiger Bürgermeister und scheidende Gemeinderäte erinnern sich an frühere Jahre
Hans Willer war zum zweiten Mal Mitglied des Gemeinderats, wurde nun jedoch für die vergangenen zwölf Jahre geehrt. Er verabschiedete sich mit einem „Pfiats eich“ und plant keinen dritten Anlauf im Gremium. Einst habe er das Ferienprogramm mit ins Leben gerufen. Auch an die scharfen Diskussionen mit Schulz erinnerten sich beide zum Abschied.
Das jüngste Gemeinderatsmitglied Simon Achter hört nach sechs Jahren im Gremium auf. Er könne sich ja ein Beispiel an Hans Willer nehmen und später noch einmal einsteigen, hieß es bei seiner Verabschiedung. Er war gedanklich schon bei der 150-Jahr-Feier der Zahlinger Feuerwehr, die vom 1. bis zum 3. Mai stattfindet.
Obergriesbachs baldiger Bürgermeister: Kommunalpolitik ist „intensivste Form der Politik“
Schulz verabschiedete die scheidenden Mitglieder des Gemeinderats sowie Bürgermeister Jürgen Hörmann ins „kommunalpolitische Rentendasein“. Nun können sie wieder Feste besuchen, ohne direkt auf die politischen Entscheidungen im Ort angesprochen zu werden. Die Kommunalpolitik sei schließlich die „intensivste Form der Politik“, so Schulz. Denn die Entscheidungen, die fallen, seien meist schnell sichtbar und spürbar.
Schulz verabschiedete die scheidenden Gemeinderäte mit einem Dankeschön für ihr Engagement und der Hoffnung, dass sie sich auch weiterhin für die Gemeinschaft engagieren – sei es in Vereinen, für die Nachbarn oder im Ort. Der baldige Erste Bürgermeister richtete auch an diejenigen, die weiterhin im Gremium engagiert sind, ein großes Dankeschön. Darunter etwa Hans Greppmeier, der bereits seit 1990 Mitglied des Gemeinderats ist. Der Dank galt auch Ulrike Huber, die Schulz im Rathaus zur Seite steht.
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