Es soll der Beginn einer Gemeinschaft sein, die für alle Mitglieder mehr Stärke und Selbstfürsorge ins Leben bringt. Das wünscht sich Judith Heckmaier, Gründerin der Adipositas-Selbsthilfegruppe „Ich bin Ich“. Am Donnerstag, 8. Januar, findet von 18.30 bis 20 Uhr das Gründertreffen in den Räumen der ernährungspsychologischen Praxis am Motzenhofener Weg 1 in Inchenhofen statt. Danach will sich die Gruppe alle zwei Wochen, jeweils am zweiten und vierten Donnerstag im Monat, treffen. Im Interview verrät Heckmaier, wie ihr Leben mit Adipositas verlief und was sie sich von den Sitzungen erhofft.
Wie würden Sie jemandem erklären, was Adipositas über das Klischee Mehrgewicht hinaus wirklich bedeutet?
JUDITH HECKMAIER: Betroffene sind im Alltag vielen Stigmatisierungen und Diskriminierungen ausgesetzt. Sie werden wegen ihres Aussehens beurteilt oder haben das Gefühl, beurteilt zu werden – mit Auswirkungen auf die Persönlichkeit. Ich habe in meiner Kindheit und Jugend erlebt, welche schlechten Gefühle Kommentare und Blicke auslösen können. Das kann zu einem Teufelskreis des schlechten Essverhaltens führen. Durch die negativen Gefühle wird ein Bedürfnis nach Essen ausgelöst. Da kommen Betroffene kaum alleine heraus.
Mehrgewicht belastet zudem das metabolische System, viele haben Diabetes, dazu kommen Herz-Kreislauf-Probleme und Gelenkbeschwerden. Ärztinnen raten dazu, das Gewicht zu reduzieren. Mit der Umsetzung werden Betroffene häufig allein gelassen oder erhalten veraltete Ratschläge. Aber man kann nicht einfach umschalten. Bei den meisten ist die Adipositas auf erlernte Verhaltensweisen aus der Kindheit zurückzuführen. Diese Muster gilt es zu durchbrechen.
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