Sie haben die Nase voll von den Hubschraubern am Augsburger Flughafen. Das dokumentieren Bürger aus der Gemeinde Affing und darüber hinaus nun mit ihrer Unterschrift. Inzwischen stehen 350 Namen auf einer Liste, mit der die Menschen gegen Hubschrauberlärm protestieren. Es könnten noch mehr werden. Die Initiative „Stoppt Fluglärm“ wird die Sammlung nächste Woche an den Affinger Bürgermeister Rudi Fuchs überreichen.
Mühlhausen ist schwer betroffen
Die Bürger fordern die Gemeinde auf, „sich für die unter dem Hubschrauberlärm leidenden Bürger einzusetzen“, wie die Initiative in einem Brief zur Unterschriftenliste betont. Es sei „allerhöchste Zeit, dass etwas auf politischer Ebene passiert“. Denn seit einigen Monaten würden Hubschrauber von frühmorgens bis spät in den Abend Platzrunden über Mühlhausen, Bergen, Haunswies, Aulzhausen, Gebenhofen, Anwalting und Affing fliegen. Und das sieben Tage die Woche. Die Zahl der Hubschrauberbewegungen habe sich seit 2011 um 650 Prozent auf knapp 15000 im vergangenen Jahr erhöht. In diesem Jahr geht die Initiative von 20000 aus. Besonders hart treffe es die Menschen in Mühlhausen. Teilweise befinden sich nach Angaben der Initiative bis zu vier Hubschrauber in einer Schleife, hinzu kämen noch die Runden der Sportflieger.
Bürgergermeister will Unterschriften mit zu Beratungen nehmen
Susanne Busch aus Dickelsmoor (Stadt Friedberg), Vorsitzende von „Stoppt Fluglärm“, gehört zusammen mit Günther Vollath und Stefanie Sayle aus Mühlhausen zu den Initiatoren der Aktion. Die Idee dazu wurde bei einer Versammlung Ende März in Mühlhausen geboren. Man wollte sehen, ob der Hubschrauberlärm nur einzelne beeinträchtigt oder mehr Menschen in Mühlhausen und Bergen.
Busch stellt fest: „Wir haben uns immer schon gedacht, dass es viele Menschen stören muss. Schließlich wird fast den ganzen Tag mit Hubschraubern geflogen. Dass dann aber so viele Bürger auf uns zugekommen sind und selber Unterschriften sammelten, war doch überraschend.“ Die Unterzeichner kommen nun auch aus Affing oder Aulzhausen, aus Dickelsmoor oder dem Augsburger Stadtteil Hammerschmiede.
Bürgermeister Fuchs weiß, dass es in der Gemeinde „sehr viele Menschen, die darunter leiden“, gibt. Er werde die Unterschriften auf alle Fälle mit in die Beratungen mit den vom Flughafen betroffen Umlandgemeinden nehmen, versprach er gestern in einer ersten Reaktion.