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Affing Markus Winklhofer blickt auf spannende Jahre als Bürgermeister zurück

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„Das wird mit Sicherheit sentimental“: Der Affinger Bürgermeister nimmt Abschied

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    Diesen bunten Blickfang, den er bei einer Aktion des Affinger Kinderhauses selbst erworben hat, wird der Affinger Bürgermeister Markus Winklhofer aus seinem Amtszimmer mit nach Hause nehmen. Ab 1. Mai ist Winklhofer Privatier.
    Diesen bunten Blickfang, den er bei einer Aktion des Affinger Kinderhauses selbst erworben hat, wird der Affinger Bürgermeister Markus Winklhofer aus seinem Amtszimmer mit nach Hause nehmen. Ab 1. Mai ist Winklhofer Privatier. Foto: Carmen Jung

    Viele kleine Abschiede: So sehen seine letzten Tage als Affinger Bürgermeister aus. Markus Winklhofer möchte sich von möglichst vielen Menschen persönlich verabschieden, bis seine Amtszeit am 30. April nach fast zwölf Jahren endet. Sie haben ihn gefordert und, wie er sagt, auch etwas verschleißt. Doch er blickt ohne Zorn zurück auf „spannende Jahre“, die er für sich persönlich als „wahnsinnige Bereicherung“ empfindet – vor allem wegen der Menschen.

    Die Menschen sind es, die ihn darin bestärken, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben – in einer Ausnahmesituation: die Tornado-Tage im Mai 2015, die Winklhofer als „Schlüsselphase“ bezeichnet. Er steht damals in der Verantwortung, weil er seit September 2014 als zweiter Bürgermeister den erkrankten Gemeindechef Rudi Fuchs vertritt. Nach dessen Rücktritt wird Winklhofer im September 2015 mit einem eindeutigen Votum gewählt und 2020 deutlich bestätigt.

    Was die Tornado-Tage im Mai 2015 mit Winklhofers Kandidatur zu tun haben

    Als Winklhofer im August 2025 bekannt gibt, nicht wieder zu kandidieren, stößt er auf Verständnis. Er hört aber auch Bedauern. Das tut ihm gut. Ebenso dass ihm ein Bürger einmal sagt, seit er, Winklhofer, das Amt ausübe, sei es ein wenig friedlicher geworden in der Gemeinde. Vielleicht liegt es daran, dass er sich immer bemüht, die Menschen stets ernst zu nehmen. „Das nehme ich für mich in Anspruch“, sagt er.

    Ausnahmetage in Affing nach dem Tornado im Mai 2015: Markus Winklhofer (Zweiter von rechts; daneben der damalige Pfarrer Max Bauer) stand damals als stellvertretender Bürgermeister in der Verantwortung.
    Ausnahmetage in Affing nach dem Tornado im Mai 2015: Markus Winklhofer (Zweiter von rechts; daneben der damalige Pfarrer Max Bauer) stand damals als stellvertretender Bürgermeister in der Verantwortung. Foto: Evelin Grauer (Archivbild)

    Natürlich ist dem 63-Jährigen klar, dass ihm keiner direkt sagen würde: Es ist gut, dass du aufhörst. Doch in der Gesamtbewertung hat er offenbar in der Bevölkerung einen größeren Rückhalt als im Gemeinderat. Dort fehlt ihm Unterstützung und dort bleibt es nicht immer friedlich. Gerade die Tatsache, dass er regelrecht um seine Entlastung – in der Regel eine Formsache – kämpfen muss, ist für Winklhofer der negative Höhepunkt seiner Amtszeit: „Das hat mich schon getroffen.“ Mehr noch als der jüngste Vorwurf von Josef Tränkl, der in Bezug auf nicht angelegte Gelder von „so etwas wie einer Veruntreuung“ spricht. Darauf reagiert Winklhofer für seine Verhältnisse sehr deutlich. Am Tag danach sagt er: „Es reicht.“ Das Amt hat ihn dünnhäutiger gemacht. Doch der 63-Jährige betont, er könne ruhig schlafen. Der Vorwurf werde korrekt aufgeklärt.

    Winklhofer bemüht sich, als Affinger Bürgermeister den Optimismus zu bewahren

    Nach Ansicht Winklhofers muss sich ein Bürgermeister den Optimismus behalten. Er selbst habe immer versucht, Negatives beiseite zu schieben und „weiter geht's“ zu sagen. So fällt sein persönlicher Rückblick unter dem Strich positiv aus. Er spricht von einer vielseitigen Tätigkeit, für die er dankbar sei. In seine Amtszeit fallen zahlreiche Projekte, darunter der Bau der Mittagsbetreuung, neue Brücken, Straßen, ein neues Baugebiet und die Gewerbegebietserweiterung in Mühlhausen, oder die laufende Kita-Erweiterung in Bergen und der nun gestartete Bau des neuen Hochbehälters zur Sicherung der Trinkwasserversorgung. Doch ein persönlicher Höhepunkt ist für Winklhofer der Naturkindergarten und ein „eher beiläufiges Thema“: die neue Gemeindebücherei. Sie habe für die Affinger Kultur und das Miteinander Vorbildfunktion, begründet er.

    Das Bücherstüberl in Affing ist für Markus Winklhofer (rechts) etwas ganz Besonderes. Das Bild zeigt ihn mit dem Büchereiteam nach einer Lesung im August 2024 mit Constanze Lindner (vorn Mitte).
    Das Bücherstüberl in Affing ist für Markus Winklhofer (rechts) etwas ganz Besonderes. Das Bild zeigt ihn mit dem Büchereiteam nach einer Lesung im August 2024 mit Constanze Lindner (vorn Mitte). Foto: Albertine Ganshorn (Archivbild)

    Noch ein Projekt besitzt für Winklhofer einen hohen Stellenwert: die Entwicklung des Iglhofs mit Bau eines Seniorenzentrums. Er hat sie aufs Gleis gesetzt, kann sie aber nicht abschließen. Das bedauert er ebenso wie die „quälend langen Abläufe“ bei den geplanten Umfahrungen, die er gerne weiter vorangebracht hätte. Als regelrecht „jammerschade“ bezeichnet er es, dass die Schulerweiterung nicht in der geplanten Form realisiert werden kann. Insgesamt aber findet er: „Gemessen an den Rahmenbedingungen haben wir das Möglichste rausgeholt.“ Dazu gehört die Tatsache, dass in seine Amtszeit fünf Kämmerer und fünf Geschäftsstellenleiter fallen. Kontinuität ist unmöglich. „Sonst wäre manches besser gelaufen“, ist er überzeugt.

    Was Bürgermeister Markus Winklhofer seinem Nachfolger Carlos Waldmann wünscht

    Seinem Nachfolger Carlos Waldmann wünscht er, „dass es gut weiter geht“. Ihm hat er angeboten, bei Informationsbedarf zur Verfügung zu stehen. Ansonsten möchte er sich komplett aus der Gemeindepolitik heraushalten. Der Hobby-Fotograf wird ab 1. Mai seinen Fokus neu einstellen. Es wird eine Umstellung. Doch er freut sich auf mehr Privatleben mit seiner Frau und den zwei erwachsenen Töchtern, will seine Hobbys, Fotografieren und Stockschießen pflegen, Sport treiben und Motorrad fahren. Schließlich gehört er auch dem neuen Kreistag an und hat zugesagt, die Vorrunde der Landkreismeisterschaft im Stockschießen zu organisieren. Langweilig werde ihm nicht.

    Doch bis Winklhofer am 1. Mai als Privatmann das Maibaumfest in Affing besuchen wird, muss er noch Reste abarbeiten, aufräumen und weiter Abschied nehmen. Der Schwerste wird am 30. April der vom Verwaltungsteam, mit dem er „sehr gut“ zusammengearbeitet habe: „Das wird mit Sicherheit sentimental werden.“ Da sind sie wieder, die Menschen, die ihm wichtig sind.

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