Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten

Aichach-Friedberg: Aichach-Friedberg: Social-Media-Wahlkampf mit Entenbabys

Aichach-Friedberg

Aichach-Friedberg: Social-Media-Wahlkampf mit Entenbabys

  • |
  • |
  • |
    Politiker setzen im Wahlkampf verstärkt auf Soziale Medien. So werden die Plattformen für Selbstvermarktung genutzt.
    Politiker setzen im Wahlkampf verstärkt auf Soziale Medien. So werden die Plattformen für Selbstvermarktung genutzt. Foto: Zacharie Scheurer, dpa-tmn (Symbol)

    Ob ein Gruppenbild vom Verein auf Facebook, eine schnelle Nachricht über WhatsApp oder die neuste Instagramstory von einer Freundin: Social Media ist im privaten Umfeld vieler Menschen geradezu allgegenwärtig. Die große Weltpolitik macht sich das schon lange zunutze. So verwendet beispielsweise US-Präsident Donald Trump Twitter für Wahlkampf und Selbstdarstellung. Aber auch in der Kommunalpolitik besteht der Wahlkampf nicht mehr nur aus Plakaten und Hausbesuchen.

    Viele Kommunalpolitiker können gut mit dem  Handy umgehen.
    Viele Kommunalpolitiker können gut mit dem Handy umgehen. Foto: Alexander Kaya (Symbol)

    Stefan Lindauer, Landratskandidat der Grünen für Aichach-Friedberg, ist mit seinen 23 Jahren selbst Teil der Generation Social Media. Er nutzt vor allem Instagram viel. Zeigt in den sogenannten Storys, die immer nur 24 Stunden lang zu sehen sind, wie er Flyer verteilt oder wo er gerade unterwegs ist. „Auf Instagram funktionieren die obligatorischen Gruppenfotos nicht so gut, da geht es eher um Taten“, erklärt Lindauer. Auch schöne Landschaftsbilder mit einer Botschaft würden Reichweite erzielen. Die sozialen Medien unterscheiden sich dabei auch untereinander. „Bei Instagram geht es darum, neue Leute zu erreichen“, sagt Lindauer. Auf Facebook dagegen informiere er eher das parteinahe Umfeld. „Es ist selten, dass mir auf Facebook jemand folgt, der nicht bei den Grünen ist.“

    Kommunalwahl: Landrat Metzger startet mit Reichweitenvorteil auf Facebook

    Facebook ist dagegen für den CSU-Landrat Klaus Metzger, der für eine zweite Amtszeit kandidiert, das Medium der Wahl. Er ist der erste Landrat in Aichach-Friedberg, der von Anfang an offensiv über seine Aktivitäten auf allen größeren Kanälen informiert. Seiner offiziellen Facebook-Seite folgen 2 670 Menschen. Im Vergleich: Der Instagramseite von Stefan Lindauer folgen 357 Personen, die Facebook-Seite des SPD-Kandidaten Andreas Santa haben 265 Menschen abonniert. Damit startet Metzger mit einem Reichweitenvorteil in den Social-Media-Wahlkampf.

    Allerdings sieht der Landrat seinen Facebook-Auftritt nicht als Wahlkampf. Er benutze die Seite seit sechs Jahren, um seine Arbeit zu zeigen, das habe sich durch den Wahlkampf nicht verändert, sagt Metzger. Trotzdem sind es natürlich Erfolge der letzten Jahre, die er in Wahlkampfzeiten auf der Plattform präsentiert. Aber der Landrat verwendet die Seite auch zu Informationszwecken. „Ich will die ganze Bevölkerung erreichen“, sagt Metzger.

    Kommunalwahl 2020: Auch Bürgermeisterkandidaten verwenden Soziale Medien

    Seine Veröffentlichungen zu Tief „Sabine“ hätten über 50 000 Aufrufe. Auf die Facebook-Seite von Metzger hat außer ihm niemand Zugriff, privat ist sie deswegen nicht. „Es gibt einen Privatmann Klaus Metzger und einen Landrat Klaus Metzger“, sagt Metzger. Deswegen habe er eine private und eine offizielle Facebook-Seite. „Was meine Freunde interessiert, interessiert die Bürger in Aichach-Friedberg wahrscheinlich nicht. Andersherum ist es genauso“, sagt Metzger.

    Auch im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten setzen inzwischen viele auf Social Media. Josef Dußmann, Bürgermeisterkandidat der CSU für Aichach, sagt, damit wolle er die Menschen erreichen, die keine klassischen Medien mehr nutzen. „Beiträge mit mehr Text funktionieren weniger, aber bei Videos und Bildern merkt man einfach, die werden viel angeschaut“, sagt Dußmann. Ihm sei bei aller Reichweite aber wichtig, vor allem Aichacher anzusprechen. „Wir begrenzen das auf das Aichacher Stadtgebiet“, sagt Dußmann.

    Sein Kontrahent, der derzeitige SPD-Bürgermeister Klaus Habermann, ist dagegen nicht auf Facebook oder Instagram zu finden. SPD Aichach und Stadt Aichach sind in den sozialen Medien präsent. Damit sei für schnelle Informationen auch über dieses Medium gesorgt, sagt Habermann. „Ich habe mich bewusst dagegen entschieden, persönlich dort aufzutauchen“, sagt der Bürgermeister. Er sei viel unterwegs, jeder Tag biete Hunderte von persönlichen Kontakten. „Da erreicht man auch die jungen Leute fundierter und persönlicher“, sagt Habermann. „Außerdem glaube ich nicht, dass die Welt immer wissen muss, wo ich mich gerade befinde“, schließt er mit einem ironischen Unterton ab.

    Aichach-Friedberg: Kommunalwahl mit Entenbabys

    Auch in kleineren Orten als Aichach gehen die Bürgermeisterkandidaten unterschiedlich mit sozialen Medien um. Maria Posch, die ÖDP-Kandidatin aus Inchenhofen, ist auf Facebook und Instagram sehr präsent. Sie veröffentlicht viele Gruppenbilder und Kandidatenlisten, aber auch Bilder von schönen Blumen, Kindern, die Kühe füttern, und Entenbabys. Posch sagt, für sie spielten soziale Medien eine große Rolle. „Gerade meine Altersgruppe und jünger hat gar keine Zeitung mehr“, sagt Posch. Daher müsse man auch über soziale Medien die Bürger informieren. „Es ist für uns besonders wichtig, weil wir als neue Gruppierung antreten“, sagt Posch. „Wir müssen uns halt erst einmal bekannt machen.“

    Ganz anders läuft der Wahlkampf in Sielenbach. Im „Sonnendorf“ haben beide Bürgermeisterkandidaten keine offiziellen Seiten in den sozialen Medien. Heinz Geiling von der Einheit Sielenbach sagt, das würde in einem größeren Ort Sinn machen, aber nicht in Sielenbach. Er habe auch keine Wahlplakate aufgestellt. „Wenn ich ein Plakat aufhängen würde mit meinem Konterfei und ein paar Schlagwörtern, würden alle lachen“, sagt Geiling. Viele im Ort im Ecknachtal würden sich kennen, und wenn nicht, sei es einfach, ihn kennenzulernen. „Wer sich für mich interessiert, hat die Möglichkeit, die Gemeinderatsitzung zu besuchen und zu sehen, wie ich mich da verhalte.“

    Eine Übersicht zur Kommunalwahl finden Sie hier.

    Lesen Sie auch:

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden