Auf der Kreisstraße AIC4 sind im November 2022 und im Oktober 2021 bei zwei schrecklichen Unfällen innerhalb von nur einem guten Jahr drei Menschen ums Leben gekommen. Beide Unfälle ereigneten sich fast an derselben Stelle etwa 200 Meter vor der Einmündung der Frechholzhauser Straße zwischen Affing und dem Ortsteil Haunswies. Der Landkreis überplant jetzt den kompletten rund sechs Kilometer langen Abschnitt der Straße zwischen Affing und dem Hollenbacher Ortsteil Igenhausen. Der Bauausschuss des Kreistags hat der Untersuchung und der Aufnahme des Projekts ins Investitionsprogramm ab 2024 einhellig zugestimmt.
Das bedeutet aber nicht, dass dort schon bald die Baumaschinen anrollen und die Straße in einem Zug neu ausgebaut wird. Je nach Ergebnis der Voruntersuchung werden einzelne Teilstücke nach ihrer Dringlichkeit angegangen. Entscheidend für die Umsetzung des Millionenprojekts ist dabei auch, wie sich die Finanzlage des Landkreises Aichach-Friedberg in den nächsten Jahren entwickelt. Die Kreisstraße AIC4 ist eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen im nördlichen Teil des Wittelsbacher Landes. Sie führt insgesamt über zwölf Kilometer von der Einmündung in die AIC1 zwischen dem Aichacher Stadtteil Walchshofen und Inchenhofen über die Staatsstraße 2047 bei Motzenhofen bis zur Einmündung in die Staatsstraße 2034 zwischen Affing und dem Ortsteil Aulzhausen.
Rund 4000 Fahrzeuge sind dort täglich im Schnitt unterwegs
Laut Angaben der Tiefbauabteilung des Landratsamtes gehört diese Strecke in Teilbereichen mit einem durchschnittlichen Verkehrsaufkommen von rund 4000 Fahrzeugen täglich zum Drittel der am stärksten frequentierten Kreisstraßen im Landkreis Aichach-Friedberg. Der östliche Teil der AIC4 mit den Ortsdurchfahrten Igenhausen, Schönbach, Hollenbach und Motzenhofen sowie das Stück bis zur AIC1 ist in beiden vergangenen Jahrzehnten sukzessive und mit großem Aufwand ausgebaut oder instandgesetzt worden. Der westliche Bereich der Straße ab Igenhausen über St. Jodok, Haunswies und weiter sehe auf den ersten Blick an der Oberfläche nicht schlecht aus, so Tiefbauamtsleiter Andreas Bezler in der Sitzung des Ausschusses. Die Bausubstanz weise aber Risse, Ausbrüche, Unebenheiten und andere Schäden auf. Die könnten in Zukunft auch zu größeren Problemen führen.
Der wachsende Instandhaltungsaufwand in Form von kleinflächigen Reparaturen oder dem "Flicken" einzelner Löcher sei bereits feststellbar, so der Straßenexperte. Und das werde immer unwirtschaftlicher. Bei der Voruntersuchung zum Straßenaufbau werden auch Kurvenverläufe, Kuppen und Sichtverhältnisse geprüft. Dann sollen sinnvolle Ausbauabschnitte gebildet und eine Priorisierung vorgeschlagen werden. Bei reinen Ausbesserungsarbeiten bekommt der Landkreis keine Staatszuschüsse. Laut Bezler ist es deshalb auch entscheidend, bei welchen Baumaßnahmen Aussicht auf Förderung besteht, um den Landkreis möglichst gering finanziell zu belasten.